Man geht davon aus, dass der Ursprung der Vampire irgendwo auf dem europäischen Kontinent liegt (s. Historie), wenn man Rückschlüsse auf die großen, bekannten Familien zieht. Heute sind sie aber weltweit anzutreffen. Sie leben aus ernährungsbedingten und klimatischen Gründen vorzugsweise in Großstädten im globalen Norden. Je weniger Sonnenstunden und je höher die menschliche Bevölkerungsdichte, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Vampire unter den Menschen bewegen. Nach den Fehden zwischen den europäischen Familien im 18. Jahrhundert siedelten überdurchschnittlich viele Vampire in die USA über, als der Seeweg erschlossen wurde. Bis vor kurzem befanden sich dort weltweit die meisten Vampire.
Größere Reisen erfordern immer viel Planung, daher bevorzugen die meisten Vampire einen festen Standort oder reisen nur innerhalb weniger Zeitzonen, um nicht mitten am Tag aus dem Flieger steigen zu müssen.
Unter Menschen bewegen sie sich unauffällig und optisch kann man sie (unter normalen Bedingungen) nicht von einem Menschen unterscheiden. Die fehlende Atmung, die gestoppte Alterung, das kaum schlagende Herz und die wenigen Stunden Schlaf am Tag kann man immerhin nicht unter alltäglichen Gegebenheiten bemerken. Aber wenn sie wahrgenommen werden wollen, ist ihr Auftreten auffällig: Als naturgegebene Jäger strahlen sie Überlegenheit aus. Oft werden sie daher als überheblich, unantastbar und machtbewusst beschrieben.
Unleugbar ist allerdings, dass es einem Vampir recht leicht fällt, die Aufmerksamkeit seiner Zielperson auf sich zu lenken, wenn er es darauf anlegt. Er kann seine naturgegebene Aura aktiv einsetzen, um entweder anziehend und charismatisch oder furchterregend und angsteinflößend zu wirken. Vampire sind aufgrund ihrer Nahrungseinschränkung zwar Jäger, aber in den seltensten Fällen müssen sie Menschen hinterher rennen. Meistens fällt das entsprechende Objekt der Begierde der einnehmenden Aura des Vampirs zum Opfer und es lässt sich in scheinbarer Zustimmung ‚abführen‘ (möglich zusammen mit der Wahrnehmungstäuschung, s. Fähigkeiten). Jüngere, unerfahrene Vampire wählen häufiger die Methode, einem Menschen aus dem Hinterhalt aufzulauern. Die Erfolgsquote bei der Jagd hängt von der Erfahrung des Vampirs ab, weshalb die Anleitung durch einen älteren Vampir – vorzugsweise den Erschaffer – immense Vorteile mit sich bringt, wenn nicht gar das Überleben sichert. Oft leben Erschaffer und sein/e Abkömmling/e viele Jahrzehnte zusammen oder zumindest nahe beieinander.
Klassische Vampirfamilien
Als Vampirfamilie bezeichnet man eine Gruppe von Vampiren, die vom selben Erschaffer verwandelt wurden. Dabei kann es sich um einen Erschaffer und seine Abkömmlinge in erster, zweiter und dritter Generation handeln (d.h. Abkömmlinge, die weitere Abkömmlinge verwandeln). Dies ist das älteste, bekannte Vampirgefüge und europäischer Herkunft. Man nennt diese Familien auch Gründerfamilien, wenn sie noch Mitglieder besitzen, deren Herkunft auf die ältesten Vampire zurückzuführen sind (maximal 800 Jahre alt).
Bezeichnend für diese Familienstruktur ist die enge Bindung an den ältesten Erschaffer. Loyalität wird immer diesem geschworen, auch wenn es sich um die nächste Generation handelt, die von Abkömmlingen des ältesten Vampirs abstammt. Man kann die Machtstruktur monarchisch bis diktatorisch bezeichnen – je nach Ausführung. Entscheidungen werden selten bis gar nicht unter Einbezug aller Betroffenen getroffen und Regeln werden ebenfalls vom Ältesten festgelegt. Diese Vampirfamilien leben stets im Geheimen und begrenzen die Kontakte zu Menschen auf ein Minimum, pflegen aber Beziehungen zu anderen Vampirfamilien – diese können positiv oder negativ sein. Dies sicherte ihnen über Jahrhunderte ein Fortbestehen. Entsprechend ist ihr Einfluss auf das Weltgeschehen eher subtil und wenig offensiv. Stattdessen wird langfristig geplant mit schleichenden Auswirkungen.
Auch die Entscheidung, wer Abkömmlinge erschaffen darf und wen, trifft der Älteste. So kann sichergestellt werden, dass keine "unkontrollierbaren" Vampire herumlaufen, die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Es ist daher stets eine wohldurchdachte Entscheidung, welcher Mensch verwandelt wird. Auch wird ein frisch gewandelter Vampir strikt unterwiesen, sowohl von seinem Erschaffer als auch von anderen Mitgliedern der Familie. So werden Beziehungen und Vertrauen trotz fehlenden Blutbandes vertieft und Gefolgschaft gesichert. Vampirfamilien haben eine recht territoriale Einstellung und stecken ihre "Hoheitsgebiete" gern klar gegenüber anderen Familien ab.
Innerhalb ihrer Reihen befinden sich auch Menschen, die ihnen dienen oder für sie arbeiten, wobei auch hier die Geheimhaltung als Grundvoraussetzung betrachtet wird. So sind diese Menschen immer nur so weit wie nötig eingeweiht. Wenn sie sich bewähren, dann könnten sie für die Verwandlung in Frage kommen.
Moderne Vampirclans
Während viele Vertreter der alten Familien der Ansicht sind, sich nicht allzu sehr ins weltpolitische Geschehen einzumischen, sehen einzelne Vampire dies nicht so. Die Rufe nach Demokratie werden auch hier laut. So bildeten sich Vampirclans, wobei das Wort ‚Clan‘ nicht unbedingt etwas mit den schottischen Clans zu tun hat, die im Namen von Könige Gebiete verwalteten. Schottische Clans und ihre unsterblichen Vertreter, die bis heute überlebt haben, nennen ihre Familien nach wie vor Clans, auch wenn sie im Prinzip einer klassischen Gründerfamilie gleichen.
Vampirclans findet man vornehmlich außerhalb Europas, oder anders gesagt: Klassische Vampirfamilien sind ein europäisches Phänomen, während man Vampirclan-Systeme überall auf der Welt findet. Diese unterscheiden sich stark von Region zu Region. Sie ähneln sich aber darin, dass das Oberhaupt nicht unbedingt der älteste und erfahrenste Vampir ist, sondern derjenige, dessen Führung erfolgreich ist und der die meisten Anhänger hat. Er bildet mit Anhängern seiner Wahl (ob Abkömmlinge oder nicht) einen sogenannten „inneren Kreis“, in dem Ziele und Regeln festgelegt werden. Diese müssen einheitlich beschlossen werden, da sonst der Kreis wieder zerfällt. Es kann aber auch sein, dass der innere Kreis aus einem Erschaffer und seinen Abkömmlingen besteht und im Endeffekt alle Entscheidungen wieder auf den Erschaffer zurückzuführen sind. In Clanstrukturen ist die Wahl, wer Abkömmlinge haben kann/darf, sehr viel lockerer geregelt als in den konventionellen Vampirfamilien, und die Gebiete, die beansprucht werden, werden weniger geografische aufgeteilt, sondern nach Industrie- bzw. Gewerbebereichen. So kann es sein, dass es mehrere Clans in einer Stadt gibt, jeder aber seine "Nische" sucht, in dem er aktiv ist, ggf. sein Einkommen erzielt oder Einfluss hat.
Ein weiteres Merkmal dieser Clan-Strukturen ist das Vorhandensein von Gefolge. Neben den Mitgliedern gibt es oft eine weitaus größere Menge an Gefolge, das sowohl aus Vampiren als auch aus Menschen besteht. Das Gefolge steht in einem Nutzverhältnis zu den Clanmitgliedern, d.h. sie haben oder erhoffen sich durch eine Zusammenarbeit einen Vorteil. Ob diese finanzieller Natur ist oder ein Versprechen beinhaltet, irgendwann verwandelt zu werden, ist ganz unterschiedlich. Dass einige Gefolgsleute auch auf vampirische Art manipuliert werden, ist keine Seltenheit, wenngleich eine Zusammenarbeit, die auf beidseitigem Nutzen beruht, weitaus langlebiger und stabiler ist. Je nach Clanpolitik wird mit dem Gefolge unterschiedlich umgegangen; von einer verhältnismäßig größeren Ausnutzung bis hin zu Schutz vor anderen Clans ist alles dabei. Durch dieses Gefolge sind die Berührungspunkte mit Menschen viel enger, die gegenseitige Einflussnahme ebenfalls. Vampirclans haben regional und überregional teilweise erheblichen Einfluss auf das politische und wirtschaftliche Geschehen der Menschen, besitzen öffentliche Namen, Firmen und Ressourcen, mit denen sie Vorteile für sich herausschlagen können.
Mit den neuen Gefahren durch die amerikanischen und britischen Einheiten und den Zustrom an geflüchteten Vampiren schlossen sich die eingesessenen Vampire der Stadt näher zusammen und bildeten eine Interessensgemeinschaft, einen Rat, um sich geeint dem Problem zu stellen. Dieser entstand aus der Not heraus und aus der Initiative Einzelner heraus, die Mitglieder wurden nicht gewählt - so stehen auch nicht alle Vampire hinter diesem Rat, vor allem nicht, wenn sie ungebunden und keinen Clananschluss haben, da sie über Maßnahmen oft erst im Nachhinein erfahren.
Die Mitglieder des Rates nutzen ihre unterschiedlichen Einflüsse innerhalb der Stadt, um die Gefahr durch die Sondereinheit zu mindern oder abzuwenden. Während einige Maßnahmen durchaus Früchte getragen haben, gibt es auch Stimmen, die die Effektivität des Rates in Frage stellen. Andere beklagen, dass der Rat nicht radikal genug vorgeht und wieder andere beklagen sich über die Mittel, zu denen der Rat greift, um sich durchzusetzen. Kurzum: Es ist einiges in Bewegung in der Stadt, in der es eigentlich stets beschaulich zuging.
Aktuelle Zusammensetzung des Vampirrates:
- Dmitry Morozov, alteingesessener Vampir und Patriarch der Morozov-Familie, die international vertreten ist
- Stella Olson, neu eingewanderte Vampirin und Oberhaupt eines eigenen Clans, der aus den Staaten übergesiedelt ist
- Marcus Fergusson, alteingesessener Vampir und (mit seinem Bruder) Oberhaupt des Fergusson Clans mit schottischen Wurzeln
- Wei Darling, alteingesessene Vampirin ohne Familienverbund oder Clanzugehörigkeit
- unbekannt
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Aufgrund der auseinander driftenden Auffassungen, was die Art der Maßnahmen und Durchsetzung dieser angeht, besteht die Idee, dass die Stadtgebiete (City Centre, Leith, Stockbridge/Canonmills, West, South and East Town) von unterschiedlichen Ratsmitgliedern verwaltet werden - ein Entschluss wurde allerdings noch nicht gefasst.