Willkommen im Mitternachtsblau, einem Urban/Dark Fantasy RPG. Unser Setting befindet sich in Edinburgh, Schottland und wir spielen im Jahr 2020. Wir navigieren unsere Charaktere zwischen Geheimlogen, Elementaren, Vampiren und einen Untergrundkrieg in ihre Abenteuer - ob sie wollen oder nicht!

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27
JUN

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Lebensstil & Ausbildung








Alchemisten waren die Wegbereiter der modernen Wissenschaft, nämlich Menschen, die sich mit der Wechselwirkung von Stoffen auseinandersetzten und somit die Grundlagen der modernen Chemie und Pharmakologie erarbeiteten. Es hat sie schon immer gegeben, wo Menschen sich mit ihrer Umwelt auseinandersetzten und sich fragten, wie sie die Natur für sich nutzen konnten. In Europa beschäftigte man sich schon in der Antike mit der Philosophie der Natur und schrieb die Erkenntnisse nieder. Die meisten dieser Schriften gingen im Mittelalter verloren.
Das Alter der Schriften, die die Basis der heute bekannten und im Geheimen praktizierten 3 Lehren sind (Runenmagie, Divination und Nekromantie), lässt sich ebenfalls auf vorchristliche Zeit zurückdatieren. Zwar bezeichnete man ihre Inhalte im 16./17. Jahrhundert als „alchemistisch“, aber das auch nur aus mangelhaften Wissen über die tatsächliche Herkunft. Es wurden bis heute (zumindest in Europa) keine schriftlichen Zeugnisse mit nur annähernd ähnlichen Inhalten gefunden, auch wenn Alchemisten nach wie vor danach suchen und es daher kein Wunder ist, dass viele von ihnen an Ausgrabungen beteiligt sind. Die Entdeckung und Entschlüsselung der drei Lehren führte zur Trennung zwischen dem, was heute die bekannte Wissenschaft ist, und der Alchemie, die ihren Schwerpunkt gänzlich auf das Studium dieser Lehren gelegt hat. Wer versucht denn bitte weiterhin erfolglos Stein zu Gold zu machen, wenn man dafür Tote wieder auferstehen lassen kann?

Alchemisten und ihre Loge gibt es in der Form nur in Europa. Selbst dann, als Amerika besiedelt wurde, folgten man nicht dem american dream, sondern verschanzte sich tief in oder unter den europäischen Städten. Es ist gut möglich, dass man auch in Asien Schriften mit magischen Lehren gefunden hat, doch es fand niemals ein Austausch statt. Auch heute ist die Existenz von asiatischen Logen nicht bekannt. Dies ist das Resultat, wenn man im Geheimen agiert und unter sich bleibt: Spuren findet man nur schlecht.



Heutzutage leben Alchemisten nicht nur ein Leben in der geheimen Loge, sondern auch in der modernen Gesellschaft. Sie führen ein Doppelleben. Je nachdem, wie erfolgreich und engagiert sie in der Ausbildung sind, kann sich der Lebensmittelpunkt nach und nach auf die Logen verlegen, bis man sich 100% seiner Zeit mit den Studien befasst. Doch das ist keine gängige Praxis. Die Geheimhaltung der Loge ist das oberste Ziel, daher ist es nur logisch, dass ihre Mitglieder versuchen, sich in der öffentlichen Gesellschaft führende (oder gut bezahlte) Positionen zu erarbeiten, um mit diesen ihr Doppelleben zu schützen. So sind z.B. viele Alchemisten der Edinburgher Loge im Senat der University of London, der das Observatorium gehört: der Hauptsitz der Loge. Auch lokal agierende Politiker können Alchemisten sein, wobei sie aufpassen müssen, dass ihre politische Position nicht zu viel Transparenz von ihnen verlangt.
Wenn man Alchemisten typisieren will, kann man sie vermutlich als geheimniskrämerische und etwas verschrobene Wissenschaftler bezeichnen, die vielleicht für einen hohen IQ, aber nicht für eine philanthropische Ader bekannt sind. Technische Entwicklungen nehmen aus Angst vor Vervielfältigungen und Hackerangriffen nur langsam und unter besonderer Sorgfalt Einzug in die Logen.




Die Abspaltung der bis heute agierenden Alchemisten von den anderen Wissenschaftlern führte zur Etablierung von streng geheimen Logen, und zwar in Athen, Prag, London (heute Edinburgh) und Mainz. Alle hatten schon früh Zugang zu der I. Lehre, nämlich der auf Runen basierenden Bann- und Schutzmagie. Sie gilt bis heute als das Kernfach, wurde am besten studiert und kann am sichersten angewandt werden. Ganz im Gegenteil zur II. Lehre, der Divination, die nur wenige verstanden und beherrschten. Die Loge in London war dahingehend führend. Heute sind die Originalschriften verschwunden, doch die Suche danach hält sich eher in Grenzen, da man von dem Erfolg und dem Nutzen der Divination nicht überzeugt ist.
Heikler wird es mit der Anwendung der III. Lehre, der Nekromantie. Lange hielt die Loge in Athen die Inhalte der ägyptischen Schrift unter Verschluss, doch als man in Prag und London begann, Erfolge in der Verarbeitung von Vampirblut zu erzielen, wollte Athen aufschließen und verkaufte sein Wissen. Anscheinend ist die Verlockung der Unsterblichkeit größer als die Macht über die Toten. Statt aber die Originalschriften zu vervielfältigen, schickte die Loge in Athen ausgebildete Nekromanten in die anderen Logen, um Alchemisten direkt auszubilden. Dies ist heute nach wie vor gängige Praxis, um einen regelmäßigen Austausch sicherzustellen. Athen bleibt aber der Ausbildungsort der Nekromantie und wer sich in diesem Fach ein Meister werden will, muss dorthin gehen.

Fast alle Alchemisten tragen einen akademischen Titel, was nicht verwunderlich ist, da man gemeinhin an Colleges und Universitäten nach Lehrlingen Ausschau hält. So eigenbrötlerisch und in sich geschlossen, wie sich Alchemisten geben, würden viele von ihnen wahrscheinlich gar nicht erst nach frischem Blut suchen, doch letztendlich ist es notwendig, damit Wissen nicht verloren geht.
Jeder Alchemistenmeister, also ein Alchemist mit erfolgreich abgeschlossenem Vertiefungsstudium, darf sich einen Lehrling suchen, muss es aber nicht. Besonders erfolgreiche Meister hält man aber irgendwann dazu an, ihr Wissen weiterzugeben. Früher, bevor man begonnen hat sein Leben zu verlängern, war es normal, dass jeder Meister mehrere Lehrlinge hatte. Heute ist man eitel geworden und sieht nicht unbedingt mehr die Notwendigkeit für einen ständigen Wissenstransfer, wenn man selbst so schnell nicht abdankt.

Auswahl


Um einen Lehrling zu finden, ist es wohl am bequemsten, sich Zugang zu Bildungseinrichtungen zu verschaffen. Sehr wahrscheinlich ist dies durch die politische Arbeit anderer Mitglieder schon gegeben, da nicht gerade wenige Alchemisten an Universitäten forschen und lehren. Da man sich seinen Lehrling unter Studenten sucht, liegt das Alter auch meist ab 21 Jahren. Jüngere Lehrlinge sind ungern gesehen (Ausnahme Vetternwirtschaft s. letzter Abschnitt).
In Edinburgh ist die erste Methode die Durchsicht von Studenten verschiedener Fächer und ihrer Studienleistungen. Den Besten von ihnen lässt man Aufgaben zukommen. Diese Aufgaben gehen mit einigen Texten einher, und sind nicht lösbar ohne das nötige Hintergrundwissen. Wichtig ist nur, dass Lösungswege und Herangehensweisen aufgezeigt werden. Die Aufgaben sollen zu einem bestimmten Datum in einem Postfach abgegeben werden. Namen kennen die Studenten nicht, und wer von ihnen die Logik dahinter anzweifelt und keine Lust auf Mehrarbeit hat, fällt eben raus.
Die Antwortpapiere landen in der Alchemistenloge beim suchenden Meister.
Eine zweite Methode ist eine Einladung der potenziellen Kandidaten aus dem ersten Test zu einer Versuchsreihe, wie es viele Fakultäten anbieten und den Aufwand finanziell entschädigen. Ein klassischer Studentenjob. Die Versuchsreihe findet über einen gewissen Zeitraum statt und beinhaltet diverse Fallstudien, in denen Entscheidungen getroffen werden müssen. Die Fragen dürften vermutlich etwas skurril daherkommen, denn sie beinhalten alles, was der Alchemistenmeister für wichtig empfindet und sind thematisch sehr durchwachsen.
Oft wird gar kein Student ausgewählt und man sucht im nächsten Jahr erneut.
Sollte man einen Studenten finden, lässt man ihm die ersten alchemistischen Texte zukommen, die er kommentieren soll. Erst dann entscheidet der Meister, ob und wann er den Lehrling persönlich treffen will.
→ Übrigens: Vetternwirtschaft ist auch ein Phänomen unter Alchemisten. Seinem eigenen Kind kann man ohne Vorauswahl und selbst, wenn es nicht studiert (Drama!), eine alchemistische Ausbildung zukommen lassen. Dafür wird sogar manchmal das Eintrittsalter gesenkt, darf aber nicht jünger als 18 Jahre alt. sein. Die Eltern können nicht die Ausbilder ihrer eigenen Kinder sein.

Grundstudium


Die Art der Auswahl hängt vom Meister ab und kann sich je nach seinen Ansprüchen sehr in die Länge ziehen. Einen direkten Weg zur Kontaktaufnahme kann man sich aufgrund der Geheimhaltung nicht leisten und muss stattdessen Umwege gehen.
Angenommen eine Wahl wurde getroffen, muss er die erste Stufe meistern, nämlich die Selbsterkenntnis: Wer hier scheitert, kann seine Ausbildung nicht fortsetzen, egal ob Verwandtschaft besteht oder nicht. Tatsächlich scheint die Magie, die für alchemistisches Arbeiten aktiviert wird, durch einen Menschen hindurchfließen zu müssen – und dies ist nicht bei jedem Menschen der Fall. Dies kann mit einem simplen Versuch herausgefunden werden: Der potenzielle Lehrling tritt in ein Magiefeld, das zwischen zwei Runen hergestellt wurde. In der Hand hält er ein Objekt, das durch die Magie im Feld verändert werden soll. Tut es das (z.B. leuchtet das Objekt, wird warm etc.), bedeutet es, dass der Körper des Lehrlings die Magie leitet. Passiert nichts, fehlen ihm die Grundvoraussetzungen für die Arbeit mit Magie und er scheidet aus. Besteht der Student, wird er offiziell initiiert, d. h. er muss einen Verschwiegenheitseid vor dem Logenmeister ablegen.
Während seiner gesamten Grundausbildung hat er nur im Beisein seines Ausbilders Zugang zur Loge, kein eigenes alchemistisches Zeichen und weniger Rechte und Pflichten als ausgebildete Alchemisten. Die klassische Ausbildung dauert fünf Jahre und endet in der Abschlussprüfung (oder Gesellenprüfung), in der man alle Fertigkeiten aus dem Grundstudium demonstrieren muss und vielleicht – als i-Tüpfelchen – eine kleine Ergänzung demonstrieren kann. Man erwartet von einem Lehrling keine bahnbrechenden Erfindungen. Nach erfolgreich bestandener Prüfung ist man offiziell Alchemist und bekommt ein eigenes, individuelles Zeichen zugewiesen, so etwas wie eine Unterschrift. Sie wird in einem Buch festgehalten (und ja, man beginnt langsam mit der Digitalisierung, sehr langsam) und darf niemals erneut vergeben werden. Der Alchemist kann selbst entscheiden, wie er das Zeichen trägt; als Gravur in einem Ring oder einer Halskette oder gar als Tattoo. Wichtig ist, dass es nicht allzu auffällig gezeigt werden soll.
Neben den praktischen Fähigkeiten (s. Fähigkeiten) besteht das Grundstudium aus folgenden theoretischen Teilen:
I. Lehre: Runenmagie

# Alchemistisches Schriftsystem lesen können
# Latein verstehen (Mittelstufe/ B1)
# Allgemeine Chemie mit praktischen Laborkenntnissen
# Basis-Runenschrift lernen

III. Lehre: Nekromantie

# Alchemistisches Schriftsystem lesen können
# Latein verstehen (Mittelstufe/ B1)
# Allgemeine Chemie mit praktischen Laborkenntnissen
# Medizinische Kenntnisse, v.a. Anatomie
# Ägyptologie, v.a. Totenkult und Hieroglyphen lesen

Ergänzende Studien


Für keinen Alchemisten ist es verpflichtend, ein Aufbaustudium anzugehen. Er kann auf seinem I. Grad sitzen bleiben, muss dann aber damit rechnen, dass er weder in interne Entscheidungsprozesse des Rates, noch in die Forschung einbezogen wird – geschweige denn als Empfänger der Essenz des ewigen Lebens in Betracht kommt. Zumindest nicht ohne Vitamin B und/ oder Abkommen unter der Hand.
Allein schon aufgrund des letzten Grundes entscheiden sich Alchemisten oft, ihre Studien fortzusetzen. Sie haben zwei Möglichkeiten: Entweder sie bleiben bei ihrem Fach oder sie wechseln es. Im Normalfall wird für das Aufbaustudium auch der Ausbilder gewechselt. Ist das Grundstudium in der I. Lehre abgeschlossen worden, gibt es kaum Probleme, einen passenden Meister zu finden, zumindest nicht in der Edinburgher Loge. Die I. Lehre ist hier das Kernfach in Edinburgh. Wenn die III. Lehre Inhalt des Grundstudiums ist, kann ein Aufbaustudium nur in Athen fortgesetzt werden. Die Loge dort behält sich die Ausbildung zum Meister der Nekromantie vor. Die Ausbildungsplätze sind aber begrenzt, daher kann es sein, dass man keinen bekommt und sich auf die Warteliste setzen lassen muss. Nach der Ausbildung zum Meister der Nekromantie kann man in seine ursprüngliche Loge zurückkehren und dort weitere Forschungen betreiben, muss aber für jede erlernte Fähigkeit eine Genehmigung aus Athen bekommen. Bleibt man in Athen, hat man weitaus bessere Chancen, Zulassungen für seine Fähigkeiten zu bekommen: Ein bürokratisches Spiel, mit dem die Nekromanten versuchen, ihre Ausbildung „exklusiv“ zu halten.

Wer sein Fach wechseln will, kann ein zweites Grundstudium machen, aber hat dann keinen Abschluss als Meister, sondern als Alchemist II. Grades. Danach kann immer noch ein Vertiefungsstudium aufgenommen werden, um einen Meister zu machen. Dieses Studium dauert in der Regel 8 Jahre; in der Runenmagie manchmal sogar bis zu 10 Jahre, Nekromanten sind da manchmal auch schon mit 6 Jahren dabei. Der Grund liegt darin, dass die Ansprüche an das Meisterstück andere sind.
Für Runenmagie, die ein größeres Spektrum an Spezialisierungen hat, gelten drei Kriterien für das Meisterstück: 1) Innovativ 2) Wiederholbar 3) Sicher in seiner Funktionalität.
Nekromanten hingegen sollen vielmehr ein festgelegtes Repertoire an Fähigkeiten und Wissen vorweisen können, zumal innovative Forschung nicht in allen Fertigkeiten möglich ist. Dort, wo sie es ist (insbes. in der alchemistischen Pharmazie), halten sich Vorbehalte zur Zweckdienlichkeit hartnäckig. Die Loge soll den Status als Geheimgesellschaft nicht verlieren und zudem lag der Schwerpunkt der Nekromantie seit jeher auf der Arbeit mit totem Gewebe. Demnach setzt die Athener Loge in ihrer Ausbildung mehr auf Tradition als auf Progression. Die Ausbildungsdauer eines Nekromanten hängt demzufolge mehr von Genehmigungen seiner Fertigkeiten und Einhaltung von Wartezeiten ab.

→ Wichtg: Eine Ausbildung in der II. Lehre ist nicht möglich. Die Originalschriften sind mit Emmett Cavendishs Fortgang 1919 verschwunden. Er war der einzige Alchemist, der die Lehren anwenden konnte, auch wenn man ihn heute gern als Spinner abtut und behauptet, seine Abkehr wäre kein Verlust gewesen.