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Schottlands Kultur ist reich an Mythen, Legenden und Aberglauben, die für andere meist befremdlich sind. So soll es den Tod in der Familie herauf beschwören, wenn man seine Schuhe auf den Tisch stellt (s.u.). Auch heute noch haben sich viele Einwohner den Glauben an Feen und Trolle bewahrt - genug um gegen Bauvorhaben zu protestieren, die drohten deren Wohnraum zu zerstören. Den schottischen Aberglauben gibt es in mehreren Lebensbereichen. Für Kinder, für die Landwirtschaft, für Liebende, für Seefahrer und auch für Kräuter und Pflanzen. Auch gibt es in der schottischen Geschichte den einen oder anderen Wahrsager und Seher. Am deutlichsten äußert sich der Aberglaube der Schotten wohl durch die unzähligen Spuk- und Geistergeschichten.
Glücksbringer
Die weiße Heide
Die weiße Heide (Blume) gilt als besonders guter Glücksbringer. Dieser Aberglaube geht auf eine keltische Legende aus dem 3. Jahrhundert zurück. Malvia war die Tochter des legendären Dichters Ossian und erfuhr vom Tod ihres Geliebten in einer Schlacht. Ihre Tränen sollen die lilafarbene Heide weiß gefärbt haben. Laut der Legende soll sie folgendes gesagt haben: „Obwohl dies das Symbol meiner Trauer ist, möge die weiße Heide all denen Glück bringen, die sie finden."
Gesicht im Tau waschen
Dabei handelt es sich um ein Überbleibsel des uralten druidischen Festes von Beltane. Am 1. Mai wuschen sich junge Mädchen ihre Gesichter traditionell im Morgentau, um sich Glück, Gesundheit und Schönheit für das kommende Jahr zu sichern. Tau wurde von den Druiden als "Weihwasser" betrachtet.
Unglücksboten und Abwehr von Schaden
Schuhe auf den Tisch stellen
Es ist ein Tabu, seine Schuhe auf den Tisch zu stellen. Früher legte man nach dem Tod eines Bergmanns seine Stiefel als Zeichen des Respekts auf den Tisch. Bald darauf glaubte man, dass der Tod angelockt wurde, wenn man zu Lebzeiten seine Schuhe auf den Tisch stellte. Dieser Aberglaube verbreitete sich erst in Nordengland und später auch in Schottland
Unglücksbringer für Fischer
Wenn ein Fischer an einem Minister oder einem Mädchen mit rötlichem Haar vorbei geht, gilt das als schlechtes Omen für die Seefahrt am selben Tag. Die Erwähnung eines Schweins oder Hasen auf See gilt ebenfalls als Unglücksbringer, stattdessen versucht man neue Namen dafür zu erfinden. Lachse und Reidfische waren heilige Tiere der Kelten und sind beim Fischfang gefürchtet.
Eberesche im Garten
Einen Ebereschenbaum im Garten zu pflanzen soll Hexen abwehren. Bei den Kelten galt dieser Baum als heilig und er soll vor schelmischen Geistern und vor "dem bösen Blick" schützen. Seine Beeren wurden als Heilmittel für werdende Mutter verwendet, um ungeborene Kinder zu schützen.
Silvester: Der erste Besucher
An Silvester ist es Brauch, dass die Schotten sich gegenseitig besuchen. Allerdings gibt es dafür einige Regeln. Der erste Besucher, der einen Fuß in das Zuhause eines anderen setzt, muss ein großer, dunkelhaariger Mann sein, der als Geschenk ein Stück Kohle, eine Silbermünze, einen Black Run (schott. Früchtekuchen), Salz und Whisky mitbringt. Dies soll Glück für das kommende Jahr bringen. Nach dem ersten Besucher können Gäste jeden Geschlechts und jeder Haarfarbe ohne Konsequenzen vorbeischauen und Geschenke austauschen. Der Brauch geht zurück auf eine düstere Zeit, in der blonde Wikinger das Land heimsuchten.
Silvester: Saining zum Schutz von Haushalt/Eigentum
Es wird nur noch in wenigen Teilen der Highlands praktiziert. An Silvester wird der Rauch eines brennenden Wacholderstrauchs im Haus verteilt und das magische Wasser eines toten und lebenden Furtes (untiefe Flussquerung) getrunken. Der Rauch wird so lange im Haus verteilt, bis die Anwohner es vor Husten nicht mehr aushalten. Erst danach werden alle Fenster und Türen aufgerissen und frische Luft aus dem neuen Jahr hereingelassen. Danach wird getrunken und gefrühstückt.
Bräuche
Ceilidh
Es war früher die Bezeichnung für einen Tanzabend. Im modernen Sinne kann es aber auch ein Konzert, eine Party oder Feier bedeuten - sowohl öffentlich als auch privat. In den Lowlands versteht man darunter eher einen Tanzabend, in den Highlands eine musikalische Runde. Die Edinburgh University richtet jährlich das größte und älteste Ceilidh Schottlans aus (Highland Annual). Der Ceilidh-Tanz kann zu zweit oder in Sets getanzt werden. Bei einem Set stehen sich vier bis acht Tanzpaare in rechteckiger Formation gegenüber und wechseln ihre Position mit dem gegenüberstehenden Partner. Es gibt jedoch auch Kreistänze mit festen Partnern und solchen, wo die Damen zum nächsten Herren wechseln. Üblicherweise gibt es den sogenanten Caller, der durch das Abendprogramm führt und Anweisungen zu Grundschritten und Formationen gibt. Beim Ceilidh-Tanz geht es vorrangig um Spaß und nicht um Perfektion.
England
Schottland war schon immer das ärmere, kleinere Land gegenüber England. Die gegenseitige Antipathie liegt zwar weit in der Vergangenheit zurück, doch auch heute fühlen sich die Schotten noch benachteiligt. Vergleiche mit Engländern sollte man nicht ziehen, denn dann ist der Spaß schnell vorbei...
Dudelsack
Der Dudelsack gilt als Schottisches Nationalinstrument. Ursprünglich stammt die Sackpfeife wohl aus Indien, im Mittelalter verbreitete sich in Europa. In Schottland setzte sie sich als Tradition am Hof durch.
Haggis
Die Schotten aber schwören auf ihr Nationalgericht, nämlich den gefüllten Schafsmagen, der wie ein Darm bei einer Wurst die äußere Hülle bildet. Im Inneren befinden sich Herz, Lunge, Leber und Zunge des Tieres. Alle Zutaten werden für Haggis sehr fein gehackt oder durch den Fleischwolf gedreht. Optisch erinnert ein gekochter Haggis ein wenig an Grützwurst. Hinzu kommen außerdem Talg, Zwiebeln und Hafermehl. Letzteres verleiht dem Haggis eine relativ schwere Konsistenz.
Highland Games
Sportlicher Höhepunkt des Jahres: Von Mai bis Oktober finden an bis zu 100 Orten in Schottland die Highland Games statt. Disziplinen sind Baumstammwerfen, Steinstoßen und Hammerwerfen.
Tweed, Tartan und Kilt
Das Schottenkaro und der Kilt, der nur von Männern getragen wird, blicken auf eine lange Tradition zurück, die mit den gesellschaftlichen Strukturen in früherer Zeit zusammenhängt. Jedem Clan ist ein bestimmtes, überliefertes Karomuster – es sind mehr als 4000 bekannt – zugeordnet, das bei entsprechenden Feierlichkeiten stolz zur Schau gestellt wird. Prunkstück dabei ist der Kilt mit seinem opulenten Zubehör vom Sporran, einer Ledertasche, über die Clan-Brosche bis hin zum Sgian Dubh, dem schwarzen Messer, das man an den Kniestrümpfen trägt. Aus der traditionellen Verarbeitung von Schafwolle im Bereich der Textilien stammen auch der populäre Tweed und die Fair Isle Strickwaren, die nach alten Techniken und Mustern hergestellt werden.
Whisky
Der Name leitet sich vom Schottisch-Gälischen „Uisce Beatha“ ab, was übersetzt „Wasser des Lebens“ bedeutet. Die Schotten und Iren sind sich zwar noch nicht einig, welches der beiden das wahre Herkunftsland ist, doch eine Sache ist sicher: Der gute Tropfen ist der absolute Export-Schlager des Landes. Ob im Pub zwischendurch, zu einem leckeren Festmahl oder auch bei einer traditionellen Feier – Scottish Whisky gehört bei den Schotten einfach dazu.
Legenden und Mythen
Die Legende von Angels' Share
Während des langfährigen Reifeprozesses gehen fast 2% des Whiskys aus den Eichenfässern verloren. Früher glaubten die Schotten, dass Engel herabsteigen und eine kleine Menge des Whiskys aus den Fässern der Brennerei nehmen, bevor dieser in Flaschen abgefüllt wird. Dies sei der Anteil der Engel - der Angels' Share. Destillateure glauben noch heute, dass der Himmel ihren Whisky ebenso liebt wie die Menschen auf Erden.
Kelpie
Dabei handelt es sich um Wassergeister, die in den Flüssen leben und ihre Gestalt ändern, um ihre Opfer anzulecken. Häufig nehmen sie die Gestalt eines Pferdes an, können aber auch wie Menschen aussehen. Sie ahmen die Geräusche von Ertrinkenden nach, um die vermeindlichen Retter selbst im Wasser zu ertränken. Danach werden die Opfer verspeist. Schafft man es ihnen ein Zaumzeug anzulegen, gehorchen sie.
Each-uisge
Das Each-uisge ist ebenfalls ein Wasserpferd und lebt im Gegensatz zu den Kelpies im Meer, in den Fjorden und den Seen der Highlands. Es gilt als noch boshafter, da es die Gestalt eines gutaussehenden Mannes oder eines Pferdes annehmen kann und sich sogar reiten lässt. Dieser Ritt endet allerdings in Wassernähe tödlich. Seine Opfer werden ebenfalls ertränkt und verspeist.
Wechselbalg
Noch lange Zeit glaubte man, dass die Feen menschliche Säuglinge aus ihrer Krippe entführen und durch ein Kind ihres Volkes ersetzen. Selkie
Selkies sind Robben, die an Land kommen und sich in Menschen verwandeln. Sie verstecken ihr Fell und laufen als Mensch herum. Selkie-Frauen gelten als besonders schön. In einer Legende verliebte sich ein Jäger in eine Selkie-Frau, die später jedoch zu große Sehnsucht nach dem Meer verspürte und zurückkehrte. Der Fischer hielt sie dann für eine gewöhnliche Robbe und tötete sie.
Banshee
Banshee bedeutet "Frau aus den Hügeln/aus dem Feenreich" und meint einen Geist aus der Anderswelt, die den Tod angekündigt. In der schottischen Mythologie trifft man sie in der freien Natur beim Waschen von Totenhemden. Sie gilt als hässlich mit Hängebrüsten, einem einzigen Nasenloch und hervorstehenden Zähnen.
Wulver
Dabei handelt es sich um eine Art Werwolf, der von den Shetland Inseln stammt. Er hat einen menschlichen Körper und den Kopf eines Wolfes und überall kurzes, braunes Haar. Der Wulver lebt in Höhlen und gilt als friedlich, solange man ihn nicht behelligt. Er isst hauptsächlich Fisch und lässt manchmal welche übrig.
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Die Schotten kennen nur eine Handvoll Feiertage, die tatsächlich zum Schließen der meisten Geschäfte und Banken führen und städteübergreifend sind. Anders als der Rest von Großbritannien wird in Schottland nicht jeder Feiertag in den Gemeinden als solcher bewertet. Im Normalfall legen die Gemeinden ihre Feiertage selber fest.
Liste aller städteübergreifenden Feiertage in Schottland:
1. und 2. Januar (Hogmanay/New Year's Day)
1. Montag im Mai (Early May Day)
25. Dezember (Christmas Day)
26. Dezember (Boxing Day)
Anmerkung: Fallen der 25. und 26. Dezember oder der 1. und 2. Januar auf ein Wochenende, werden die Feiertage am nächsten regulären Tag nachgeholt. Edinburgh hat keine weiteren gesetzlichen Feiertage, als die oben aufgelisteten, festgelegt.
Schottische Feste und ihre Bräuche
In Schottland gibt es über das gesamte Jahr verteilt eine Reihe an Festen und Bräuchen, die sich an alten Traditionen, Volks- und Aberglauben ausrichten.
„Hogmany“ am 31. Dezember
Die Nacht des 31. Dezembers auf den 1. Januar wird in Scots als „Hogmany“ bezeichnet. Hogmany ist das wichtigste Fest im Jahr und wird gerne in Gesellschaft gefeiert. In ländlichen Gegenden ist es Usus Hogmany mit dem Brauch „first footing“ zu verbinden: Freunde und Bekannte besuchen sich gegenseitig und beschenken sich mit symbolischen Glücksbringern wie Münzen, Kartoffeln und Kohle. Besonders viel Glück soll es bringen, die Türschwelle eines Freundes oder Verwandten mit einem Stück Kohle und schottischem Whisky zu übertreten.
„Burns Supper“ am 25. Januar
Der 25. Januar gilt als Gedenk- und Festtag zu Ehren des schottischen Dichters Burns Supper (Im angelsächsischen Raum sind Gedenktage üblicherweise Geburts- und nicht Todestage) und wird traditionell nach einem ritualisierten Ablauf gehalten. Üblicherweise wird Suppe, Haggis mit Steckrübe und Kartoffeln (neeps and tatties) und als Nachtisch ein Trifle serviert. Während der Trinksprüche fließt schottischer Whiskey. Meistens enden die Abende mit Ceilidh-Tanz.
„Up Helly Aa“ am letzten Dienstag im Januar
Beim Up Helly Aa verbindet sich die Kultur der Wikinger mit denen der Briten. Zu dieser Veranstaltung verkleiden sich die Bewohner der Shetland-Inseln als Wikinger und bilden eine halbstündige Fackelprozession, deren Höhepunkt die Verbrennung eines lebensgroßen Wikingerschiffs ist. Anschließend findet eine große Party statt.
„Common Ridings“, Veranstaltung findet im Sommer, Datum wird vorher abgestimmt
Das Common Ridings ist weltweit eines der ältesten Reit- und Pferdefestivals, das in 11 verschiedenen Orten an den Scottish Borders stattfindet. Es wird in Gedenken an die Vorväter aus dem späten 13. Jahrhundert zelebriert, die die Grenzen ihrer Siedlungen zu Pferd abritten und sie gegen furchterregende Plünderer verteidigten. Dadurch ist das Festival noch heute identitätsstiftend. Jeder Ort gestaltet die Common Ridings individuell, aber im Allgemeinen bedeuten sie Festumzüge, Ausritte zu Pferd, BBQs, traditionelle Sportarten, Spiele, Musik und Speisen.
„Highland Games“, Datum kann variieren, beginnt im Mai und endet im September
In Edinburgh finden sie jedoch nicht statt, da die Stadt nicht zu den Scottish Borders gehört.
Die Highland Games sind ein berühmtes Sportspektakel mit hunderte Jahre alter Tradition. Genau wie die Common Ridings finden sie an unterschiedlichen Orten im Land statt und dauern normalerweise einen Tag (10 bis 16 Uhr beispielsweise). Typischerweise gehören Baumstammwerfen, Tauziehen, Bergrennen und Hammerwerfen dazu. Außerdem gibt es Tänze und Musik, Unterhaltung für die ganze Familie und allerlei Speisen und Kunsthandwerkstände. Manchmal gibt es parallel noch Nutztier-Shows, Umzüge und Wettbewerbe zum bestaussehendsten Haustier. Im Zentrum der Highland Games steht ein Gefühl der Gemeinschaft, der Tradition und des Feierns.
Weitere Feste
Halloween (31. Oktober)
Halloween geht auf das Fest Samhain (gälisch "Samhuinn") zurück und wie immer, wenn etwas keltischen Ursprungs ist, wird es in Schottland auf besondere Weise gefeiert. Da Schottland als das Land bekannt ist, in dem es am meisten spukt, gibt es allerlei Veranstaltungen und Aktivitäten. Vielerorts gibt es Geistertouren in Kellergewölben und Geisterhäusern. In Edinburgh wird ein Festzug mit Bühnenshow veranstaltet, um den Wechsel von Sommer zu Winter zu symbolisieren. Der Festzug beginnt ab 21 Uhr am Schloss und geht bis zum Platz vor der St. Giles Kathedrale, wobei Feen, Könige und Götter dargestellt werden. Halloween steht hier für den Kampf zwischen Sommer- und Winterkönig, darum, dass die Grenze zwischen den Lebenden und den Toten verschwimmt und die Göttin des Winters bis zum Frühling an Beltane wieder die Herrschaft übernimmt. Anders als in anderen Ländern, schnitzen die Schotten ihre Fratzen nicht in Kürbisse, sondern in Kohlrüben.
St. Andrew’s Day (30. November)
Am St. Andrew’s Day machen die Schotten ordentlich Lärm und gedenken dem Nationalheiligen Schottlands- Sankt Andreas. Dieser Apostel ist für die Schotten ein Symbol für Autonomie und den christlichen Glauben. Das Andreaskreuz auf der schottischen Flagge ist demnach kein Zufall. Er ist nicht nur der Schutzheilige der Fischer, sondern auch der Liebenden und Schutzheiliger des Ehestands. So wird die Andreasnacht auch als ‚Losnacht‘ bezeichnet, in der junge Frauen dem zukünftige Ehemann im Spiegel oder auf einer Wasseroberfläche begegnen können, wenn sie vorher darum gebetet haben (Andreasgebet). Weitere Bräuche in der Andreasnacht sind das Pantoffelwerfen (zeigt die Schuhspitze zur Tür, wird das Mädchen innerhalb eines Jahres wegen einer Heirat ausziehen) und der Losapfel (man wirft eine ganze Apfelschale über die Schulter, wobei die Schale den Buchstaben des Zukünftigen formen kann).
Ostern (in abgeschwächter Form)
In Edinburgh werden Geschichten erzählt, es erklingt traditionelle Musik und es gibt allerlei Märkte mit Street Food, Süßes und Kunsthandwerk von regionalen Herstellern. Das Scottish Storytelling Centre richtet vom 30.11. bis zum 1.12. ein St. Andrews Ceilidh aus, bei dem traditionelle Lieder, Musik und Tanz auf dem Programm stehen. Zudem findet eine groß angelegte Dudelsack-Parade statt.
Das Osterfest in Schottland ist dem Deutschen relativ ähnlich, ist jedoch gleichzeitig stark von keltischen Ursprüngen geprägt. Hier werden überall auf den Hügeln der Highlands Osterfeuer entzündet. Diese Feuer gehen auf das keltische Frühlingsfest zu Ehren der Frühlingsgöttin Ostara zurück. Gründonnerstag und Karfreitag werden nicht gefeiert und Ostermontag ist ein ganz normaler Arbeitstag. Österliche Dekoration ist nicht üblich, dafür aber das Verstecken und Suchen von Süßigkeiten am Sonntagmorgen. Zudem gibt es das Osterei-Rollen als Brauch. Dabei werden bunt gefärbte, hart gekochte Eier auf einer abschüssigen Straße oder einem Hügel so lange hinab gerollt, bis die Schale vollständig kaputt ist. Das Ei, das am weitesten rollt, ohne zu zerbrechen, hat gewonnen. Die rollenden Eier symbolisieren das Wegrollen der Steine vor dem Grab Jesu. In Edinburgh wird das Eier-Rollen am Arthur’s Seat veranstaltet.
Edinburgh Festivals
Das Edinburgh Festival ist eine Ansammlung von verschiedenen Festivals, die jährlich zwischen Anfang Juli und September stattfinden und dabei Besucher aus aller Welt anlocken. Auf dem Programm stehen Musik, Oper, Tanz und Theater sowie alternative Darbietungen (Standup-Comedy, Akrobatik, Straßenkunst und Avantgarde-Theater).
Folgende Festivals sind am Edinburgh Festival beteiligt:
Edinburgh International Festival – Das „offizielle“ Festival
Edinburgh Festival Fringe (größte Kunstfestival der Welt)
Edinburgh International Film Festival
Edinburgh International Book Festival
Edinburgh Military Tattoo
Edinburgh Jazz and Blues Festival
Edinburgh International Television Festival
Edinburgh Interactive Entertainment Festival
Edinburgh Mela
Der emotionale Höhepunkt markiert die traditionelle Nationalhymne, das schottischen Freundschaftslied „Auld Lang Syne“ und das Solo des Lone Pipers, der mit seinem Dudelsack auf der Burgmauer steht und in blaues Licht gehüllt ein „Lamento“ spielt. Zum Schluss wird ein großes Feuerwerk veranstaltet.
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Scots
Als (Lowland) Scots oder auch „Lallans“ bezeichnet man eine Reihe von englischen Dialekten bzw. eine Regionalsprache, die in Schottland von ca. 30 % der Einheimischen gesprochen werden. Lowland Scots ist vom schottischen Englisch deutlich zu unterscheiden, das als Amtssprache Verwendung findet. Scots lässt sich in mindestens fünf Dialekte unterteilen:
Inselschottisch: die Dialekte der Orkneys und Shetlands
Nordostschottisch, auch Northern Scots oder Doric: die Dialekte Nordostschottlands, also im Wesentlichen der Region Grampian
Zentralschottisch oder Mittelschottisch: die Dialekte in Mittel- und Südwestschottland
Südschottisch: die Dialekte im Grenzgebiet, d. h. der Borders
Ulster Scots: in Nordirland und Donegal gesprochene Dialekte (Ullans), die sprachwissenschaftlich betrachtet als Unterdialekt des Mittelschottischen gelten
Die Mundarten Mittel- und Südschottlands sind stark – wenn auch in verschiedenem Grad – anglisiert. So sind die Stadtmundarten von Aberdeen, Dundee, Edinburgh und Glasgow zwar durchaus Scots-basiert, aber stark vom schottischen Englisch sowie von generell britischen Stadtmundart-Merkmalen durchdrungen.
Das Vereinigte Königreich hat Scots als eine Regionalsprache im Rahmen der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen anerkannt.
Typisch Edinburgher Wörter
braw (Adj.)
Wird inflationär genutzt, um etwas als „fantastisch“ oder „ausgezeichnet“ zu beschreiben; vom Essen bis Hotelzimmer kann alles braw sein. Die Steigerung davon lautet pure barry.
chancer (N.)
Jemand, der sein Glück sehr gern herausfordert, und auch bei geringen Chancen das Risiko auf sich nimmt, nennt man einen chancer.
dreich (Adj.)
Beschreibt exakt Schottlands Wetter: Grau und trüb, einfach nur dreich.
peely-wally (Adj.)
Auf Deutsch würde man wohl „Kalkeimer“ sagen, nur als Adjektiv; jemand, der so aussieht, als hätte er seit Jahren die Sonne nicht mehr gesehen.
scooby (N.)
Reimt sich auf “clue” und bedeutet „keine Ahnung“, z.B. „I haven't a scooby“.
rank (Adj.)
Bedeutet „widerlich“ oder „ekelhaft“ und kann man sowohl auf Gerüche, als auch Geschmack oder Verhalten anwenden.
spraffin‘ (V.)
Das heißt „labern“ oder „quatschen“, tut also jemand, der einfach nicht die Klappe halten kann.
Und hier erzählt euch Gerald Butler noch ein paar nette Wörter, insbesondere die Variationen von „betrunken sein“ : Gerard Butler Teaches You Scottish Slang
Scottish Gaelic
Nicht mit Scots zu verwechseln ist die schottisch-gälische Sprache (auf Gälisch: Gàidhlig), die zum keltischen Sprachzweig gehört und eng mit dem irischen Gälisch (Gaeilge) verwandt ist. Beide Sprachen haben sich aber seit dem 11. Jahrhundert unabhängig voneinander entwickelt, was bedeutet, dass sich die Sprecher des irischen Gälisch und die des schottischen Gälisch nicht unbedingt verstehen, es sei denn, es gibt wieder regionale Mundarten, die sich mehr gleichen. Unterschiede sind v.a. in der Aussprache zu hören, wodurch die geschriebene Grammatik und der Wortschatz dann schon besser verstanden werden.
Die schottisch-gälische Sprache wird heute noch von ca. 58.000 Menschen gesprochen, vorwiegend in den Inneren und Äußeren Hebriden, im Westen des Schottischen Hochlands sowie in Glasgow. Es gibt zahlreiche Maßnahmen, um das Aussterben der Sprache zu verhindern: Man hat sie in Vorschulgruppen und Grundschulen eingegliedert, aber auch Sprachkurse für Lerner jeden Alters angeboten. So kann man aktuell das Versterben der älteren Sprecher schon mit jungen Sprechern ausgleichen. In Glasgow gibt es sogar eine Gälische Schule (Sgoil Ghàidhlig Ghlaschu), die alle Fächer auf schottisch-Gälisch unterrichtet, und auf der Schottisch-gälisch auch die Umgangssprache in der gesamten Schule ist.
Ein paar Redewendungen auf schottisch-Gälisch
Willkommen – Fàilte (oder: Ceud mìle fàilte, in etwa „Einhunderttausend Willkommensgrüße“)
Hallo – Halò
Wie geht’s? - Ciamar a tha thu?
Lang nicht mehr gesehen - 'S fhada bho nach fhaca mi thu
Auf Wiedersehen - Beannachd leat Antwort -> Mar sin leat
Cheers! - Slàinte! (Gesundheit) // Slàinte mhath! (viel Gesundheit)
Entschuldigung - Gabh mo leisgeul
Danke - Tapadh leat
Online Wörterbuch: Gaelic Dictionary
Quellen:
linguae-celticae.de
Wikipedia
The Culture Trip
Edinburghlive
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