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Mitternachtsblau
Welcome!
Willkommen in Edinburgh!
Wir sind ein
Urban Fantasy RPG
, das im Jahr 2020 in Edinburgh, Schottland spielt. Hier geht's um Konflikte und Bündnisse zwischen einer alchemistischen Geheimgesellschaft und Vampiren, um die Suche nach Elementaren und einer in Vergessenheit geratenen Form von Magie. Das alles findet abseits des Alltags und in Unwissenheit der normalen Bürger Edinburghs statt. Wer von ihnen wagt einen Blick in eine Welt voller Magie und dunkler Geheimnisse?
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The Scotsman


Telefonat Daniel und Belvedaire
Szenen-Informationen
Charaktere Remi Bernard » Daniel Geraghty
Datum 30.03.2020
Ort Ace Loft
Tageszeit 19:30 pm
#21  
Belvedaire betonte nicht einmal mit Absicht wie pflegeleicht er war oder wie wenig er brauchte. Es war das kleine Detail, dass ihn noch immer von anderen unterschied und wohl bemerken ließ, dass er seine Lebzeiten in ganz anderen Zuständen verbracht hatte. Eher in der unteren Mittelschicht aufgewachsen, Sonntag ein Bad für die ganze Familie, Jahre von Krieg und deren Auswirkungen. In seinem Leben hatte der Vampir einfach nie fiel besessen, niemals viel gebraucht. Und es war auch nicht so, dass er Luxus schrecklich vermisste oder gar brauchte. Hier bei Ace gerade zu leben war selbst von der Couch aus ein Maß an Reichtum, dass er niemals erlebt hatte – und wenn er ganz ehrlich zu sich war, dann war es für eine Weile ganz nett, aber er favorisierte immer noch Leben mit etwas weniger, weniger Platz, weniger Zeug...So wie Daniel. Der Wohnbereich war kleiner, aber gefüllt mit allerlei Dingen, die allesamt Belves Interesse weckten und sein Herz höher schlagen ließen. Bücher, Alchemie, Technik auf einem kleinen Raum. Und sein Herz. Mehr brauchte er nicht.

„Olivier.“ Jetzt war der Tonfall ernster. Zusammen mit dem Umstand, dass sich Belve immernoch nicht richtig daran gewöhnt hatte jetzt wieder öfter mit seinem wahren Namen angesprochen zu werden, sorgte die Stimme dafür, dass er sich dezent anspannte. Der Name war der Auftakt zu einer kleinen Predigt, liebevoll gemeint – das wusste Belve, aber man was sollte er denn machen, außer geschlagen ins Telefon seufzen. Herrgott wenn Dan sah, dass er nur mit einer halbgefüllten Sportasche anreisen würde. Der Vampir schloss die Augen und rieb sich die Nasenwurzel. Das würde für ein unangenehmes Gespräch sorgen, denn er war sich sicher, das Daniel das Warum dazu wissen wollen würde...Oh Herr im Himmel. Belve lehnte seinen Hinterkopf an die Couchecke. Die Augen geschlossen ließ er Dan am anderen Ende einen Augenblick warten um nachzudenken. „ Ich habe nie...wirklich viel besessen oder gebraucht...Das ist nicht einmal unterdrückend gemeint sondern...meine Art zu leben. Du weißt ja wann ich geboren wurde…“ räumte er nachdenklich ein. Das war ein Stück Wahrheit, nun noch ein entgegen kommen. „...Aber ich denke darüber nach, okay?“ Am Ende lächelte er sogar ein wenig. Er durfte ja schon Pflanzen anschleppen – das war auf jeden Fall etwas, was er gerne haben wollte.

Die Geräuschkulisse im Hintergrund war auf jeden Fall interessant. So wie es klang, zerstörte Daniel da etwas. Belve lauschte dem eine Weile,ehe er ihm die Frage nach seiner Lieblingsfarbe beantworte. Grün...Dunkle Grüntöne. So wie Pflanzen, Wälder, Natur. Grün war Ruhe und Leben zugleich. Die Lieblingsfarbe von Dan sollte er raten. „Mhhnnnn….“ Belve zog die Beine enger an und dachte nach. In Gedanken ging er dabei die Wohnung und Werkstatt ab. „Kupfertöne oder Schwarz?“ war sein erster Tipp – falsch. Oh okay, das war schwieriger als gedacht. „Auch grün?“
Nee…
„Okay...Das is knifflig….Mhn...Nicht Schwarz, nicht kupfer...kein Grün“ Er zog das letzte Wort nachdenklich in die Länge. Mit dem Finger tippte er gegen die Rückseite seines Handys. „Rot?“

Rot oder vielleicht dunkles Rot war zwar keine Farbe, die er bisher beim anderen gesehen hatte...aber vielleicht noch eine mögliche Option…

„Meinst du, es braucht einen neuen Tisch und Stühle bei der Werkstatt-Kaffeeküche, oder ist das Zeug absolut redundant?“
„Hu?“ Belve blinzelte aus seinen Gedanken um die Lieblingsfarbe gerissen. „ Stühle in der Werkstatt…“ widerholte er. „ Du meinst die, wo wir nach deinem Sturz gesessen haben? Mhn...Keine Ahnung, sitzt du dort oft ? Dann vielleicht schon, wenn du dir nur einen Kaffee holst und dann wieder zurück zur Arbeit gehst, wohl eher nicht? Machst du die gerade kaputt?“
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#22  
„Ich habe nie...wirklich viel besessen oder gebraucht...Das ist nicht einmal unterdrückend gemeint sondern...meine Art zu leben. Du weißt ja wann ich geboren wurde…“, kam nach einem sich geschlagen gebenden Seufzer aus dem Hörer. 1902 war eine Ewigkeit her. Anscheinend prägte die Zeit der Kindheit einen Menschen, oder Vampir, in jeder Hinsicht bis ins hohe Alter. Allein die Unterhaltung über Kernseife, die sie schon geführt hatten. Belvedaire stammte aus einer ganz anderen Epoche und schien sich dort wohlzufühlen. Wenn in all den Jahren seiner Existenz ihn nichts nennenswert fehlte oder begehrt wurde. Es stimme den Mechaniker nachdenklich. Über die Regendusche hatte sich das Reh wahnsinnig gefreut. Ebenso über die große Badewanne. Wahrscheinlich war es leichter nie etwas zu wollen, anstatt etwas zu vermissen und jeder, der einen Krieg erlebt hatte, war unweigerlich davon gebrandmarkt. Manche zogen sich zurück, zu ängstlich noch einmal Verlust zu erleben. Andere griffen nach den Sterne, häuften an und sammelten. Belve schien sein Leben ohne viel Last leben zu wollen. Das konnte Dan gut verstehen. Er selbst bevorzugte weniger Besitz, dafür mit Bedeutung und Herzblut daran. Wenn Gepäck, dann welches mit Sinn und Verstand gewählt.

„Okay.“, erwiderte Daniel. „Ist nen Deal, mein altmodischer kleiner Vampir.“, fügte er grinsend hinzu und mit Schalk in der Stimme. Olivier wirkte beinahe niedergeschlagen und das war nichts, was er stehenlassen konnte.



Was die Lieblingsfarbe des Alchemisten betraf, riet Olivier falsch. Zugegeben, es hatte noch nie jemand geschafft sie zu erraten. Es war eine ungewöhnliche Wahl – erst recht für einen Mann. Außerdem war die Farbe nirgends in seinem Heim vertreten. Was mehr daran lag, dass es Dan es mit dem Farbton sehr genau nahm. Zu viel Rot, Blau oder Violet darin und es war einfach nicht das Richtige.

„Nein, auch kein Rot.“, genoss er das kleine Ratespiel. „Willst du einen Hinweis, oder rätst du weiter?“



Nach seinem Sturz gesessen…ja, den Teil des Abends gab es auch noch. Bloody hell, ein Grund mehr für dieses Möbelmassaker. „Nie.“, beantwortete er die zweite Frage und damit indirekt die erste mit. „War damals nur irgendwie komisch nichts hinzustellen – falls mal Kunden warten oder sowas.“, er zuckte mit den Schultern. Wahrscheinlich würde er einfach neue hinstellen. Leer wäre der Platz auch merkwürdig. Dann lieber merkwürdig unnütz, aber theoretisch nutzbar. Auch wenn er keinesfalls vor hatte nochmal vom Dach zu stürzen und hier zu sitzen. Weder mit Belve noch mit sonst wem.

„Und ja, die segnen gerade das Zeitliche.“, als zusätzliche akustische Bestätigung für Bambis Vermutung, ging gerade das nächste Objekt krachend und brechend zu Boden. „Ist erschreckend befreiend.“, stellte Dan fest, halb von sich selbst überrascht, halb hocherfreut vom Zerstörungswahn.


„Und was steht bei dir heute noch an?“
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#23  
„Nein, auch kein Rot.“
Mhn...Rot also auch nicht. Gelb? Ne...Den Gedanken verwarf Belve direkt wieder, Gelb passte gar nicht in seine Vorstellung – oder irrte er so sehr? Ah das war wirklich nicht so leicht.
 „Willst du einen Hinweis, oder rätst du weiter?“
„Einen!“ Belve grinste am anderen Ende der Leitung. „Gibt es die Farbe irgendwo in der Wohnung ?“

„Nie...War damals nur irgendwie komisch nichts hinzustellen – falls mal Kunden warten oder sowas.“
Mhn. Okay also gab es für die Sitzecke auch keinen wirklichen nutzen. Doch der Punkt, den Daniel ansprach war gut. Wenn er Kunden hatte, dann mussten die ja auch irgendwo hin. Die Werkstatt war professionell und aufgeräumt. Für einkommendes Budget sollte ein bisschen Comfort vielleicht doch geboten werden. Belvedaire wippte unter der Decke etwas mit den Füßen.
„Wie wäre es stattdessen mit einer bequemen Couch, wenn du Stühle und Tische loswerden willst? Ist für Kunden vielleicht sogar noch angenehmer…“

Und tja...die Frage, was er noch so machen würde. Belve schnalzte kurz mit der Zunge. Kurz nahm er das Handy vom Ohr um die Uhrzeit zu checken. Sie sprachen jetzt seit knapp einer halben Stunde miteinander. „Ich muss mich gegen 10 langsam fertig machen um mich mit diesem einen Freund zu treffen. Bis dahin habe ich noch ein bisschen Zeit, ich sollte eigentlich lernen….Biochemie. Mein Chef hat mich einer Laborantin vorgestellt, unter der ich vielleicht bald als Assistent arbeiten darf. Sie ist sehr nett...glaube ich. Und ein bisschen verrückt“ Er schmunzelte. „ Ein bisschen erinnert sie mich sogar an dich. Aber ich wollte...lieber mit dir reden, anstatt die Bücher aufzuschlagen“ Und da Belve dahingehend seine Prioritäten verschob sollte schon was heißen!
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#24  
Belvedaire war ein tapferer Mitspieler, der sich nicht so schnell unterkriegen ließ. Die Lieblingsfarbe des Alchemisten blieb ein Geheimnis, dessen Spuren der Vampir aufzunehmen gedachte. Mit einem Hinweis allein wäre es kaum getan. Zumal der gewählte Hinweis eine Sackgasse war. Die Farbe fand sich nicht in der Wohnung. Ob das kleine Reh kreativ genug war sie zu erraten?

„Nope.“, griente der Kater derweilen. „Bisher nicht.“ Er gab Bambi einen Moment, eher er wieder fragte: „Willst du noch einen?“ Das freche Grinsen dabei in der Stimme zu hören. „Oder schlägst du gleich ein Buch mit allen Farben der Welt auf und liest sie der Reihe nach vor?“ Er würde es ihm zutrauen.



Eine Couch schlug Belve als Ersatz vor und Dan hielt kurz inne. Sein Blick schweifte über das Chaos aus zerborstenen Sitzmöbeln. Eine gute Idee. Etwas Bequemeres wäre deutlich einladender und nützlicher. Platz genug wäre. „Klingt gut. Hilft du eine auszusuchen?“, wollte er wissen. Es war Bambis Idee und eine weitere Möglichkeit ihn miteinzubeziehen. Außerdem eine gute Ausrede mehr Zeit mit seinem Grá mo chroí zu verbringen. Nicht, dass er eine bräuchte. Aber der Gedanke gemeinsam etwas außerhalb der Wohnung zu gestalten, gefiel ihm. Etwas Bambi nahe an seinem Arbeitsplatz. Vielleicht würde er sich hier dann auch mal länger als 2min für den Kaffee aufhalten.



Die Frage nach den Plänen des Vampirs bereute Dan schnell. Schnalzte Belve mit der Zunge, war es oft ein schlechtes Zeichen. Ein Indiz zu vieler Gedanken in dem klugen Köpfchen. Das das gewählte Thema kritisch war. Fuck. Natürlich musste es etwas Heikles sein. Das möglicherweise gefährliche Treffen mit einem Freund. Nur Auskundschaften, hatte Olivier gesagt. Aber auch, dass es riskant sein könnte. Bloody hell… Dans Miene verfinsterte sich und fixierte jetzt den Tisch. Ah, es würde ihm weniger Freude machen oder tatsächlich hilfreich sein als zuvor das Zertreten der Stühle. Jetzt, wo seine Laune düster wurde. „Biochemie…“, versuchte er sich auf den anderen, harmlosen Teil zu konzentrieren. Eine Laborantin, verrückt, aber nett. Erinnerte Bambi an Dan. Fokus, bloß bei diesem Teil der Unterhaltung bleiben. Fuck, er hatte mehr Lust die Wand einzuschlagen. Irgendwas, dass helfen könnte dieses aufkommende Gefühl zu kanalisieren. Er nahm das Handy kurz vom Ohr, legte es gegen seine Brust, warf den Kopf in Nacken und atmete kontrolliert ein und aus. Holy bloody murder… nochmal über die Nasenwurzel gerieben, legte er das alchemistische Meisterwerk wieder ans Ohr.

„So? Das ich es vor deine Bücher schaffe…welch Ehre.“, scherzte er halbherzig. Der Schalk war gerade dabei im Kopfe eine Wand zu verprügeln. „Und das sogar am Telefon. Darf ich mir darauf was einbilden?“ Kopf und Blick wanderten wieder zum Tisch, dann durch den Raum, während er sich vorerst dagegen lehnte. Wieder rieb er sich über die Nasenwurzel und schob dann die Finger in die dunklen Locken. Ablenken. Ablenken. Fucking ablenken.


„Und die Laborantin erinnert dich an mich? Ich hatte früher ne Laborpartnerin. Absolut irre die Frau, ein rothaariger kleiner Chaosteufel. Kobolde sind nen Witz gegen sie. Aber das sollte man bei einer echten Irin auch erwarten. Hat ständig was in die Luft gejagt und ich durfte mich mit dem Aufräumen plagen. Als wäre sie gegen Aufräumen allergisch…und Lord Christ, ihre Bude erst…“, auch wenn es nach einer Beschwerde klang, grinste er dabei und schüttelte den Kopf amüsiert. Ah, die Zeit mit Low (Willow Hannigan) war echt was gewesen. Er vermisste sie. Die gemeinsame Zeit, das Labor und natürlich Low. Ohne sie zu forschen war nicht das gleiche. Auch wenn sein Labor tadellos sauber blieb – etwas von ihrem frechen Wagemut und kuriosen Missgeschicken hätte er gerne zurück. „Wobei…manchmal haben wir absichtlich was hochgehen lassen.“, schmunzelte er. „Wie heißt deine neue Sklavenhalterin?“
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#25  
Okay, die Farbe fand sich also nicht in seiner Wohnung wieder, das war schwierig, schloss aber schonmal alle grelleren und Pastelfarben aus. Es grenzte das Feld zumindest ein wenig ein. Belve lachte am anderen Ende vergnügt auf, gleichzeitig schüttelte er seinen Kopf. „So ein Buch besitze ich nicht...Und ich glaube das brauche ich auch gar nicht, mhhh...Blau?“ Nein, nicht blau. Blieb ihm noch eine Idee, bevor er aufgeben musste. „Lila vielleicht?“

Für die Werkstatt ein Sofa zu finden erschien ihm da gerade sogar leichter, als Daniels Lieblingsfarbe zu erraten. Es überraschte ihn ein wenig, dass Dan ihn direkt in den Neukauf einer Kundencouch mit einbezog, doch der junge Vampir zögerte nicht um ein glockenhelles „Ja!“ ins Telefon zu flöten. Er kam sehr gerne mit zum Einkaufen, vielleicht fanden sie da etwas nettes. „Wir können auf jedem Sofa, dass wir finden und nett aussieht eine Weile Probesitzen…“ schlug er sogar glucksend vor. Leider konnten sie weder Speis und Trank dafür mitbringen, Dan wäre der einzige, der es sich wirklich bequem machen konnte, aber die Idee allein reichte um den Vampiren arg zu amüsieren. So schnell waren die Karten im Hintergrund vergessen.

Hoffentlich genauso schnell wie die Erwähnung, wohin ihn der Abend in weniger als zwei Stunden noch bringen würde. Belve hörte, dass das geplante Vorhaben Daniel nicht gefiel – er konnte es ihm auch nicht verdenken. Er hörte ihn atmen, tief und bewusst ruhig. Belve presste die Lippen zusammen und lauschte angespannt. „Biochemie…“ kam es bemüht von der anderen Seite. Dan versuchte sich auf den anderen Teil zu konzentrieren. Mhn...Der Franzose biss sich auf die Unterlippe, sein Blick flackerte unruhig über die um seine Beine gespannte Decke. Sollten sie darüber reden, oder das Gespräch lieber in sichere Gefilde lenken? Belve wusste selbst nicht einmal wohin ihn der Abend führen würde. Es konnte auch genauso gut ein einfacher langweiliger Spaziergang über den Hafen werden – je nachdem was Eizo so plante. Er beschloss sich also auf den letzten Teil zu konzentrieren. Das Labor, die Laborantin, der er assistieren sollte. Alles andere würde nur unnötig Pferde scheu machen. Und Belve brauchte später einen klaren Kopf

„So? Das ich es vor deine Bücher schaffe…welch Ehre.“ plauderte Dan derweil. Belve schmunzelte.
„Und das sogar am Telefon. Darf ich mir darauf was einbilden?“
Das Schmunzeln endete in einem erneuten kleinen Auflachen. „Ja, ich denke das darfst du“ stimmte er der Idee grinsend zu.
„Und die Laborantin erinnert dich an mich? Ich hatte früher ne Laborpartnerin. Absolut irre die Frau, ein rothaariger kleiner Chaosteufel. Kobolde sind nen Witz gegen sie. Aber das sollte man bei einer echten Irin auch erwarten. Hat ständig was in die Luft gejagt und ich durfte mich mit dem Aufräumen plagen. Als wäre sie gegen Aufräumen allergisch…und Lord Christ, ihre Bude erst…“
„Moment mal, was ? Deine Partnerin war auch rothaarig?“ Belve setzte sich direkt etwas höher auf. War das Zufall ? Selbst die Neigung etwas hochgehen zu lassen weckte die erst kürzlich gesammelte Erinnerung wie Ace und Willow hier im Loft angekommen waren. Voller rosa Metallspäne, weil im Labor irgendwas hochgegangen ist. Ihm klappte langsam der Mund auf.
„Wie heißt deine neue Sklavenhalterin?“

„Willow….Willow Hannigan. Kennst du sie?“
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#26  
Kein Pastell, nichts Grelles, auch kein Blau oder Violett. Am anderen Ende gingen Belve die Ideen aus. Erwartungsgemäß. Daniel grinste darüber. „Weder noch.“ Wieder blieb die Lieblingsfarbe des Alchemisten unerraten. „Hast du noch Ideen oder gibst du auf?“, amüsierte er sich weiter.



Ohne Zögern schrillte ein fröhliches Ja durch den Hörer. Jesus Christ, es erschrak Dan beinahe. Er zuckte überrascht ein wenig zusammen, blinzelte kurz, sah irritiert auf sein Handy und lachte dann. „Wir können auf jedem Sofa, dass wir finden und nett aussieht eine Weile Probesitzen…“, gluckste sein geliebter Vampir. Das der Vorschlag auf extrem fruchtbaren Boden fallen würde, hatte Daniel nicht geahnt. Umso mehr freute es ihn. „Sicherlich.“, bestätigte er Belves Idee. „Das und noch anderes…“, raunte er spielerisch hinterher. Ein kleiner Scherz, eine Hommage an ihre bisherigen Couch-Momente. Schließlich hatten sie bisher weniger einfach nur auf einem Sofa gesessen. Besser, das neue Sitzmöbel entsprach daher einigen weiteren Kriterien – nur für den Fall.



Der Elefant im Raum wurde gekonnt von beiden ignoriert. Es war besser für den Moment. Ohnehin gab es nichts neues zu sagen zu dem Thema. Es stand außer Frage, dass Belvedaire gehen würde und dass Dan ihn weder aufhalten noch begleiten konnte. Eine verzwickte Lage, die die Stimmung nur ruinieren würde und das würde vieles nur erschweren. Nein, ab in eine Kiste damit. Eine, die selbst fest verschlossen und in den hintersten Winkel verbannt radioaktiv zu sein schien. Eine drohende Vorahnung, die sich breit machte. Fuck. Ablenken. Biochemie. Labor. Verrückte Rothaarige. Bambi klang erstaunt, beinahe etwas ungläubig. „Ja, wieso?“, fragte Dan skeptisch zurück. Was hatte sein kleines Reh plötzlich. Ah…warte…fuuuck… Low arbeitet für Xatroy. Belve auch. Lord, have mercy…


„Willow….Willow Hannigan. Kennst du sie?“, kam der Name der Sklaventreiberin ans Tageslicht.

Ah, fuuuuuck.


Dan knallte den schmalen Rand seines Handys ein paar Mal gegen seine Stirn. Das Universum war ein fucking Verräter und garantiert auf Drogen. Was zur Hölle sollte das jetzt?! Ausgerechnet Lows Assistent musste Bambi sein? Jesus fucking Christ, and bloody Mother Mary… Fuuuuuuuuck!


Er warf den Kopf in Nacken, das Ausatmen mehr ein frustriertes Seufzen. Fuck. Fuck. Fuck. Er schloss gequält die Augen, tippte mit dem Handy weiter gegen seine Stirn, während sein Verstand Overtime im Panikmodus machte. Jesus Christ…das war problematisch. Ein absolutes Chaos. Ein fucking Alptraum auf Steroiden. Bei aller Liebe zu Low, ausgerechnet sie und sein scheues Reh? Bloody hell, das würde in einem Blutbad enden…ein symbolisches. Gott, womit hatte er das verdient? Oder Olivier?! Fuck.


Der Alchemist atmete noch einmal tief durch, ehe er das Handy wieder ans Ohr legte. Bemüht um einen ruhigen Tonfall, möglichst neutral, kein Drama draus machen. Ruhig bleiben. Ganz ruhig. Was sollte da schon schief gehen? Seine beste, nymphomanische Freundin, die ihm gerade erst geraten hatte Sex zu haben, um seiner vorzeitigen Alterung entgegenzuwirken und sein Vampir-Verlobter, den er genau genommen gerade erst zwei Wochen kannte. Super. Zwei Fragemonster unter sich. Ein alchemieliebender Super-Nerd-Vampir und eine verrückte, moralisch fragwürdige Alchemistin – die eindeutig zu viel über ihn wusste. Oh, Lord…

„Ahm…besser du sagst es ihr noch nicht. Das…ehm…könnte sonst interessant enden…“, rang Dan um passende Worte. Fuuuuck. Er seufzte geschlagen, rieb sich die Nasenwurzel und kniff dabei die Augen zusammen. „For fucks sake, wie hast du es geschafft von all den Wissenschaftlern bei euch ausgerechnet bei Low zu landen?“, grummelte er mit einer Mischung aus Resignation und Anerkennung der Situationskomik. Ein kosmischer Witz auf seine Kosten. „Sie war nicht nur meine Laborpartnerin. Sie ist meine beste Freundin. Hör mir daher jetzt gut zu: Lass sie bloß nicht an dir herumexperimentieren ODER dich ausfragen. Geh bloß niemals drauf ein. Entweder du landest unfreiwillig unter ihr – bei deinem Glück wird sie es versuchen. Sie hat nicht umsonst ihren Ruf und unterschätz nie ihren Drang nach sexuellen Abenteuern und Sprüchen - oder sie kriegt auf ihre Art und Weise alles aus dir heraus. Alles. Und bei Gott, ich hab echt besseres vor als mir bis ans Ende meines Lebens ihre dummen Sexsprüche anzuhören.“ Nicht, dass er glaube, Belve würde ihm untreu oder Low wissentlich sich an seinen Vampir ranmachen. Aber sollte Bambi irgendwas unabsichtlich über die Lippen kommen…oh fuck no. Das wollte er sich nicht mal ausmalen. Der Gedanke schüttelte ihn.

„Ich sollte besser mal mit ihr reden…“, stellte er schlussendlich fest. Jetzt, wo es fest und offiziell mit ihnen war, war es ohnehin nur eine Frage der Zeit, bis Low eingeweiht wurde in das tatsächliche Ausmaß. Bloody hell, wetten sie würde behaupten, sie hätte es gewusst und Recht behalten?


Fuck.





Erwähnt: Willow Hannigan
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#27  
„Hast du noch Ideen oder gibst du auf?“
Belve musste einsehen, dass er am Ende seiner Ideen war. Es waren nicht die gängigen Grundfarben, auch keine helleren. Es konnten nur noch irgendwelche Zwischentöne sein und davon gab es so viele, dass das erraten den ganzen Abend füllen würde. Er seufzte ergeben.
„Ich gebe mich geschlagen. Verrätst du sie mir? Ich komme alleine nicht drauf.“
Auf die Antwort war er jetzt mal wirklich gespannt. Auf den ersten Blick sortierte er Dan wirklich in die Kupfer, Braun und Schwarzrichtung rein.

Über Sofa kaufen – das Kommentar, dass man damit noch anderen außer Probesitzen machen konnte – ignorierte er mit hochrotem Kopf und einem leisen Räuspern in Telefon – ging es schließlich zu seiner neuen Laborpartnerin Willow. Und hier nahm nicht nur das Gespräch eine äußerst Interessante Wendung sondern auch die Reaktionen seines Freundes.
Er kannte Willow!
Und das wusste Belve nicht, weil Dan es direkt bestätigte, sondern weil es auf der anderen Seite plötzlich still wurde – bis auf ein leises Klopfen. Der Vampir blinzelte, lauschte nahm das Telefon kurz vom Ohr um zu schauen, ob sie noch verbunden waren und legte es wieder ran. Immernoch schweigen. Nur ein tiefes Seufzen.

„Ahm…besser du sagst es ihr noch nicht. Das…ehm…könnte sonst interessant enden…“
Oh? Oho? Daniel Geragthy, der einmal um Worte rang? Belve war überrascht wie verzückt. War Willow so gefährlich, dass sie etwas ausplaudern könnte? Nur was, wenn sie seine Laborpartnerin war? Beste Freundin sogar wie Daniel kurz darauf erklärte.
„Sie war nicht nur meine Laborpartnerin. Sie ist meine beste Freundin. Hör mir daher jetzt gut zu: Lass sie bloß nicht an dir herumexperimentieren ODER dich ausfragen. Geh bloß niemals drauf ein. Entweder du landest unfreiwillig unter ihr – bei deinem Glück wird sie es versuchen. Sie hat nicht umsonst ihren Ruf und unterschätz nie ihren Drang nach sexuellen Abenteuern und Sprüchen - oder sie kriegt auf ihre Art und Weise alles aus dir heraus. Alles. Und bei Gott, ich hab echt besseres vor als mir bis ans Ende meines Lebens ihre dummen Sexsprüche anzuhören.“

Oh wie spannend. Und wie Daniel sich gerade bemühte Warnungen auszusprechen. Nicht, dass Belve sie schon von Ace gehört hatte und Willow ihm versprechen musste, nichts zu tun, was Belve nicht wollte. Ein kleiner Teil seines Köpfchen speicherte sich die Details zu den restlichen Warnungen, welche er über sie bekommen hatte. Doch ein wesentlich größerer und neugieriger ignorierte gerade alles davon. Ein kleines, dünnes Lächeln stahl sich auf seine Lippen.

„Das heißt, dass sie mir auch ein wenig über dich erzählen kann Chaton?“ Es war schwer das Grinsen aus seiner Tonlage zurückzuhalten und nicht zu offensichtlich damit zu werden, dass ihn diese Erkenntnis viel mehr amüsierte, als beunruhigte.
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#28  
„Purpur. Ein richtig sattes Purpur.“

Die Lieblingsfarbe des Alchemisten war ein Rotviolett, mit wenig Blau darin. Ein sehr spezifischer Ton, weshalb er nirgends in seiner Wohnung vertreten war. Daniel mochte warme Töne, wie Kupfer, Rot und Braun. Erdfarben, ruhige, natürliche Töne. Auch Schwarz war einer seiner Favoriten. Diese Farben fand man überall bei ihm. Nur sein geliebtes Purpur, das war eine Nummer für sich.

„Überrascht?“, fragte der Alchemist mit Hang zu Statistik ruinierenden Vorlieben und Blutgruppen.




„Das heißt, dass sie mir auch ein wenig über dich erzählen kann Chaton?“, jubilierte das freche Reh eindeutig über die neue Faktenlage. Jesus Christ. Das selbstgefällige Grinsen konnte man regelrecht heraushören. Da genoss jemand seine neue kleine Bekanntschaft und die sich auftuenden Möglichkeiten. „Bambi, wenn du irgendwas wissen willst, nur zu, frag Low. Keiner kennt mich so gut wie sie. Wir sind seit dem Studium unzertrennlich. Nur tu es auf eigene Gefahr hin.“, seufzte Dan und fuhr sich durch die dunklen Locken. „Jedenfalls was die Studienzeit angeht.“, fügte er noch hinzu, die Stimme dazu schwer einzuschätzen. Irgendwo zwischen Trauer und Notwendigkeit. Willow war eine der wenigen Konstanten gewesen, selbst, während er im Knast saß. Die Zeit, in der er aufhörte, ihr alles zu erzählen. Seit seinem Logenrauswurf war nichts mehr wie früher und ein Großteil von ihm damals gestorben. Oder langfristig begraben und für tot erklärt.

Bloody hell, nicht, dass es ihn sonderlich stören würde, wenn Low seinem Reh etwas erzählen würde. Im Gegenteil. Würden die zwei sich gut verstehen, wäre das großartig. Ein richtiger Gewinn für alle. Nur… Dan kannte die Rothaarige und ihre ungestüme Art. Oh Lord, wenigstens hatten die zwei nie was miteinander gehabt. Reichte schon, dass Low seine Ex-Freundinnen teilweise zu gut kannte. Das Reh war noch zu Grün hinter den Ohren für die Stories und for fucks sake, wetten Low packte gleich die harten Bandagen aus? Bambi hatte keine Ahnung in was für ein Wespennest er stochern könnte…



„Ernsthaft, du bekommst dann keine Gnade.“, grinste er wohl wissentlich, was er und sie gemeinsam anstellen und bewirken konnten. Gnade Olivier, wenn er recht darüber nachdachte. Wenn sein Vampir und seine beste Freundin zusammenarbeiten würden, stundenlang zusammen in einem Labor… fuck. Der Gedanke freute ihn, für sie beide. Low und Belve wären sicher ein großartiges Team. Er gönnte es beiden. Aber da schlich sich auch ein anderer, bitterer Beigeschmack ein. Ein ungeheuer dunkles, lang verdrängtes Gefühl. Fuck. Kiste. Ab in die Kiste. Oder hatte die verfluchte Radioaktive den ganzen dunklen Keller schon verseucht? Bloody. Fucking. Murder.

Ein Segen, dass sie nur Telefonierten. Über Facetime hätte sich Belvedaire sicher erschreckt was für eine Finsternis sich gerade in Dans Augen breit machte. Seine Miene an ihrem ersten Treffen war ein Witz dagegen. Fuck. Nicht jetzt, nicht hier. Klappe zu, Kisten tot. Einfach den Kellerzugang zubetonieren. Bemüht nicht in alte, toxische Gedankenmühlen abzudriften, massierte er seinen Nasenrücken. Hatte den Kopf nach vorne fallen lassen. Körper angespannt.


„Du weißt schon, dass ich Low dann auch ausfragen werde?“, versuchte er sich auf das Gespräch mit Bambi zu konzentrieren. Bemüht, seine Stimme weiter heiter klingen zu lassen.
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#29  
„Purpur. Ein richtig sattes Purpur.“
Oh! Das war wirklich eine Überraschung. „Purpur?“ Er blinzelte. Das hatte er wirklich nicht vermutet.
„Ins Rote oder Blaue?“ Auch Purpur hatte viele Facetten und Abstufungen, genauso wie Grün nicht einfach nur Grün war.

„Überrascht?“
Belve kicherte. „Schon, ja…“ Er rückte sich wieder bequemer zurecht. Von links gesellte sich eine der drei Katzen zu ihm, welche ihn zuerst anstupste und dann beschwerend ins Telefon miaute. Mit einem leisen Ächzen nahm Belve sie erst mit einer Hand umständlich auf den Arm und setzte sie dann auf seinem Schoß ab, wo er wie der perfekte Vorzeigesklave kraulen konnte.

Über das neckende Gespräche, vergaß Belve inzwischen wirklich seine Karten. Es war auch ohne Beispiele und Themenkategorien und Gegenfrage genauso leicht mit ihm ins Plaudern zu kommen, als wenn sie sich gegenüber standen. Je länger sie sprachen, desto ruhiger wurde Belve. Sein Herzschlag ging weniger nervös und längere Gesprächspausen störten ihn nicht mehr. Auch nicht jene, als Dan erfuhr, dass Willow seine Laborpartnerin war. Belve schmunzelte. Laborpartnerin und beste Freundin. Sicher konnte er im Umkehrschluss auch ein paar interessante Fakten über Daniel erfahren. Und dabei dachte der Vampir nicht einmal an tiefste Geheimnisse, sondern vielleicht...Dinge, mit denen man Dan überraschen konnte. Harmlose Sachen eben.
„Bambi, wenn du irgendwas wissen willst, nur zu, frag Low. Keiner kennt mich so gut wie sie. Wir sind seit dem Studium unzertrennlich. Nur tu es auf eigene Gefahr hin.“

Belve lächelte. „Das klingt nach einer schönen Freundschaft. Ich werde es mir aber merken“ entgegnete er mit leiser Stimme. Doch das Lächeln verblasste ein wenig, als sich der Tonfall des anderen veränderte. Die Leichtigkeit war plötzlich weg und Belve wusste, dass Daniel am anderen Ende nicht mehr lächelte. Der Vampir zog die Brauen ein wenig zusammen. Während der Studienzeit bedeutete wohl, dass er und Willow zusammen Alchemie studiert hatten. Nun da er nicht mehr zur Loge gehörte, war wohl auch dort einiges weggebrochen, was früher zur normalen Kommunikation gehört hatte?

Mhn..
„Ernsthaft, du bekommst dann keine Gnade.“ Da hörte er wieder das Grinsen. Hatte er sich verhört? Sein Gespür sagte ihm nein, doch wissen konnte er es nicht. Verdammt, er hätte ihn jetzt wirklich gern gesehen…blödes Telefon.
„Keine Sorge Chaton, ich frage nur harmloses. Der Rest geht nur uns etwas an“ Und das meinte er auch so. Er würde nicht auf die Idee kommen jemand fremdes nach intimen Dingen auszufragen. Daniel war so offen, dass Belve wusste, dass er ihn wirklich alles Fragen konnte.

„Du weißt schon, dass ich Low dann auch ausfragen werde?“
Alles…
„Chaton?...Mon Coeur ...Du klingst bedrückt…“ Natürlich hätte er gerne weiter geplaudert, ihn ein bisschen geneckt und wäre auch darauf eingegangen ob und was er durch Willow vielleicht erfahren – oder hächstwahrscheinlich nicht erfahren würde. Aber der gedrückte Tonfall und die Pausen zwischendurch erschienen ihm gerade wichtiger.
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#30  
Überraschung lag in Belves Stimme. Purpur war in der Tat eine seltene Lieblingsfarbe, erst recht für einen Mann. Der Alchemist grinste breit, tippte mit der Zungenspitze gegen den Eckzahn. Ein Fuß stampfte vergnügt einen Rhythmus. „Ins Rot. Das hättest du auch erraten können.“, lachte er passend zu Belves Kichern. Ein Miauen unterbrach sie, gefolgt von einem kleinen Ächzen. Dan lauschte aufmerksam. „Sind da Katzen bei dir?“, fragte er nach.



Die Freundschaft zu Willow war etwas Einzigartiges. Sie verband mehr als nur ihre Heimat Irland, das Gälische, die Liebe zur Mechanik und Alchemie oder die Freude an Explosionen. Was sie nicht alles erlebt und durchgestanden hatten. Wie lange waren sie Freunde? Über ein Jahrzehnt auf jeden Fall. Fuck, wie die Zeit doch verging. Von partymachenden Studenten, die jede Nacht durchfeierten oder arbeitenden zu… was auch immer die jetzt waren. Früher unzertrennlich, auch räumlich dank des Labors, zu einer Distanz, die sich schwer greifen ließ. Low war immer für ihn da. Auch in den beschissensten Zeiten. Früher hätte er ihr alles anvertraut. Seit jenem Jahr…vieles war anders. Er war anders. Fuck. Seine Gedanken drifteten ab. An gefährliche und schwer zugängliche Gefilde. Shit. Schnell das Gespräch weiterführen.

„Keine Sorge Chaton, ich frage nur harmloses. Der Rest geht nur uns etwas an“, versicherte Bambi. Es wurde gehört, ohne gehört zu werden. Fuck. Kopfschütteln und Nasenwurzel reiben halfen kaum die aufkommende Dunkelheit in Schach zu halten. Fokus, Fokus. Kein Fass aufmachen. Alle Kisten zunageln, den Zugang zuschütten und am besten noch den Schlüssel wegwerfen. Alle Karten verbrennen. Keine Spuren hinterlassen.



„Chaton?...Mon Coeur ...Du klingst bedrückt…“, drang Oliviers Stimme durch den dunklen Schleier in Daniels Kopf. Bloody. Fucking. Hell. Das kleine Goldlöckchen hatte es ihm wohl angehört. Shit. Fucking shit.

„Alles gut.“
Eine Lüge.

„Was willst du Low denn fragen?“

Klare Ablenkungsstrategie.


Dan knetete derart brutal seine Nasenwurzel, dass es rote Spuren hinterließ. Die Augen fest zusammengekniffen und auf die Lippe beißend, mit grenzwertigem Druck. Gott, Konzentration, verdammt! Das hatte er alles schon hinter sich. Genug davon. Fuck it. Scheiß auf die Vergangenheit, die Gegenwart war jetzt und hier. Seine Zukunft war buchstäblich am Telefon. Obwohl der kleine Vampir telefonieren hasste und anfangs noch mit Karteikarten jonglierte. Fuck, er hatte sogar aufgelegt aus Überforderung. Lord Christ, was er jetzt dafür geben würde seine geliebten grünen Smaragde sehen zu können. Sich darin zu ertränken. Shit. Doch das war kein Thema fürs Telefon. Und nichts, was man an einem Abend wie diesen besprach, wenn Belve gleich aufbrechen würde zu was auch immer und wie gefährlich es wirklich wäre, stand auch noch im Raume. Fuck.
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#31  
Purpur, dass ins Rot ging. Belve nickte für sich. Und ja- das hätte er vermutlich erraten können. Er grinste. „wenn du es noch nicht in der Wohnung hast, ( ja er passte auf, dass er sie nicht – deine – Wohnung nannte ! ) dann sollten wir das beim Einkaufen gehen berücksichtigen. Purpur ist hübsch.Wir finden bestimmt etwas“ Und wenn es nur ein dekoratives Kissen war, aber wenn Daniel schon so eine außergewöhnliche Lieblingsfarbe hatte, dann hatte sie auch eine Daseinberechtigung in ihrem neuen zu Hause. Ein katzenloses – noch. Denn auf seinem Schoß hatte sich tatsächlich eine eingekuschelt. „Ja mein Mitbewohner hat sogar drei Stück. Zwei Damen und einen Kater – Moment“
Er nahm das Telefon kurz vom Ohr, schaltete auf die Kamera und machte dann ein Foto von seinem Schoß, der flauschigen Decke und der Ragdoll, die auf seinem Schneidersitz lag und liebreizend in die Kamera blinzelte. Das Bild schickte er Dan. „Sie heißt Roussu. Die anderen Roosie Renoir. Aber die sind gerade irgendwo anders unterwegs. Roussu sitzt öfter bei mir“ Die kleine Katze schien ihn zu mögen.

Belve hätte es auch lieber gemocht, wäre alles so unkompliziert und unbefangen, wie Bilder von süßen Katzen zu verschicken. Doch das war es nicht. Die Welt, nein, die Menschen in ihr waren zu beiden nicht gut gewesen, hatten ihnen Päckchen gegeben, welche sie immer tragen würden. An manchen Tagen schwerer, an manchen leichter. Willow, obgleich sie Daniels gute Freundin war, schien die Last seines Liebsten noch einmal zu verdoppeln. Selbst durch das Telefon hörte Belve den veränderten klang seiner Stimme.

„Alles gut.“

Belve lächelte schief.

„Was willst du Low denn fragen?“
Der Vampir setzt sich auf. Vorsichtig nahm er die Katze wieder runter um aufzustehen.
„Mein Herz, es ist nie etwas gut, wenn jemand mit – Alles gut – antwortet.“ sprach er sanft in das Telefon. Er checkte kurz die Uhrzeit. Jeder Ort, der wichtig war lag in Leith. Wenn er sich jetzt beeilte konnte er noch bei Dan sein, bevor er eine Stunde später am Hafen sein musste. Das würde er schaffen. Und sei es nur um den anderen in die Arme zu nehmen.
Er tigerte rüber zur Garderobe und, schlüpfte in seine Schuhe und nahm die Jacke mit.
„Willst du denn über Willow reden?“ fragte er zurück, als er schon den Fahrstuhl hinab nahm.
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#32  
Wir. Der Klang gefiel ihm. Gemeinsam einkaufen, gemeinsam entscheiden, wie ihr Heim aussehen sollte. Wenngleich Daniel die Obsession mit dekorativen Kissen nie verstehen würde. Wozu? Warum? Weshalb brauchte es drei Kissen pro Frau und mindestens zwei Decken? Er hatte es bei Lola nicht begriffen und auch bei Darcy nicht. Vielleicht war das ein Frauen-Ding. Oder eine Frage der Persönlichkeit? Belve hatte auch nach Handtüchern und Bettzeug gefragt, als würde ein Kissen und eine Decke pro Nase nicht reichen. Jetzt noch dekorative Kissen dazu? Ah, er sah darin wenig Nutzen. Aber solange es Olivier glücklich machte…

„Wir schauen mal, ob uns was über den Weg läuft.“, ergab er sich dem Schicksal der tausend Kissen und Decken. Ob sie was fänden oder nicht, solange er mit seinem Bambi Zeit verbrachte, war ihm alles recht.



Das Foto von Belves Schoß mit Katze – ah, fuck, echt jetzt? Eine Decke, natürlich, was auch sonst – brachte den Iren zum Grinsen. Einerseits, weil der Vampir sich die Mühe machte und zweitens, weil er sich den Gesamtanblick gut vorstellen konnte. Katze und plüschige Decke passten zum Reh. „Roussu, Roosie und Renoir?“, wunderte er sich ein wenig über die Namen. „Mhm…ein bisschen eifersüchtig bin ich jetzt schon.“, raunte er wieder mit voller Absicht ins Telefon. Wie gerne wäre er gerade ein echter Kater und käme auch in den Genuss einer Krauleinheit auf Belves Schoß. Katze müsste man sein.



Fuck. Hätte er nur etwas anderes gesagt. Der Franzose hatte Recht. Es war nie eine gute Antwort. Eine offensichtliche Lüge. Bloody hell. Was ein verfluchtes Schlamassel.

„Mhm, erwischt.“, gab er notgedrungen zu. „Es war nur ein alter Gedanke. Nichts, womit ich nicht fertig werde.“ Er raufte sich die Haare, wütend über sich selbst. Im Hintergrund hörte er wie sein Vampir sich scheinbar in Bewegung setzte. Hatte die Katze ihn schon entlassen? Oder war es Zeit für die Raubtierfütterung?


„Willst du denn über Willow reden?“, fragte das Reh.


„Klar, warum nicht? Glaubst du wegen Low wäre ich schlecht drauf? Nah. Alles cool. Daran lags nicht.“, seine Stimme klang ehrlich, er war es in diesem Fall auch. „Ihr zwei habt sicher ne super Zeit im Labor und wenigstens muss ich mir jetzt keine Sorgen um dich machen, wenn du zur Arbeit gehst. Naja, andere Sorgen, du wirst sie ja noch richtig kennenlernen.“, forcierte er etwas Schalk aus sich heraus. Jesus fucking Christ, was gäbe er jetzt für eine Zigarette. Oder ein Glas Whiskey. Oder einen Schlag ins Gesicht. Irgendwas, egal was, dass diese Gedankenspiralen anhielt. Seine Hand glitt aus dem Haar wieder hinab zur Nasenwurzel, diesmal schlug er sanft im Rhythmus dagegen. Er legte die Hand an die Wange, fuhr mit dem Daumennagel und unnötig viel Druck mehrfach über die Kerbe zwischen Lippen und Kinn. Schlussendlich schüttelte er den Kopf, legte den Kopf etwas in Nacken, um die wilden Locken wieder aus dem Gesicht zu kriegen. Rumsitzen tat nichts für ihn. Garnichts. Da lieber den Müll weiter rausbringen. Er sammelte die Holzteile auf und warf sie lieblos auf einen Haufen.


„Also, was wären deine harmlosen Fragen?“
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#33  
„Klar, warum nicht? Glaubst du wegen Low wäre ich schlecht drauf? Nah. Alles cool. Daran lags nicht.“

„Mhmh…“ Okay,das war schonmal gut. Es war nicht Willow, die ihn Traurig machte. Aber es bestätigte auch, dass es das drum herum sein musste. Aah...Belve hatte schon einmal in seinen Abgrund gesehen, als Daniel bei ihrem Date in die Vergangenheit abdriftete. Sie hatten sich geschworen, sich damit nicht mehr alleine zu lassen. Und Belve nahm es sehr ernst – selbst wenn Daniel auch gleich alleine wieder seine Mitte finden konnte, setzte der Vampir zu einem schnellen Schritttempo an. Für die Strecke brauchte gemächlich zu Fuß 10 Minuten. Er war sich sicher, dass er in 5 vor dem Schrottplatz stehen konnte.

 „Ihr zwei habt sicher ne super Zeit im Labor und wenigstens muss ich mir jetzt keine Sorgen um dich machen, wenn du zur Arbeit gehst. Naja, andere Sorgen, du wirst sie ja noch richtig kennenlernen.“
„Sie hat einen ziemlich netten Eindruck gemacht.“ plauderte er. Vampir sei Dank, konnte er das verräterische Tempo seiner Schritte aus seiner Atmung fern halten. Und die Straße war gerade hier in Leith so ruhig, dass auch nicht groß Nebengeräusche zu hören waren. Ohnehin begann Dan im Hintergrund wohl auch wieder mit den Stühlen und Tischen zu hantieren.
„Mein Chef schein schon länger mit ihr zu Arbeiten. Ich glaube sie suchten schon lange jemanden, der im Labor assistiert“ Vielleicht war es besser, das Gespräch auf neutralere Richtungen zu lenken, bevor er nicht wirklich vor ihm stand.
„Also, was wären deine harmlosen Fragen?“
„Och ich weiß nicht, ich lass mich inspirieren“ Belve lachte auf, derweil huschte er über die Straße und bog nach links ab. Nur noch ein Stück.
„Vielleicht hat sie Tipps für mich, auf was für ein Date ich dich am Besten einladen kann?“ Belve grinste. Es stand außer Frage, dass er seinen Liebsten auch mal überraschen wollte. Die Frage war nur Wie am Besten. Willow als beste Freundin war da tatsächlich eine möglichst gute Quelle. Wenn sie Dan so gut kannte, dann wusste sie auch sicher einige seiner Vorlieben.
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#34  
Der kleine Aufenthaltsraum sah aus wie ein Schlachtfeld. Holz- und Metallteile lagen verstreut, waren durch die Gewalteinwirkung umhergeflogen. Jetzt flogen sie wieder, nur sortiert auf zwei getrennte Haufen. Hier und da nochmal abgebrochen und voneinander sauber getrennt, größtenteils. Allzu genau nahm Dan es dabei nicht, würde der brennbare Anteil ohnehin gleich in der Feuertonne landen. Was machten da schon ein paar Schrauben? Hauptsache das Metall war rein. Derweilen hatte der andere Gesprächsteilnehmer eine Entscheidung getroffen und sich auf den Weg zum Schrottplatz gemacht. Hätte der Alchemist das gewusst, er hätte dem Reh eine Standpauke gehalten. Doch der kleine Vampir kaschierte seinen strammen Marsch wohlwissentlich. Alles, was Dan mitbekam, war etwas mehr Luftzug.


Belve sprach während seines Walking-Workouts über Willow und Xatory. Einen Assistenten für Low zu finden, konnte nur schwer sein. Einerseits, weil sie es war und derjenige oder diejenige einiges aushalten müsste an Sprüchen und Chaos. Andererseits waren Alchemisten schwer zu finden. Erst recht jene, die bereit waren außerhalb der Loge zu agieren. Ein gefährliches Spiel mit dem Feuer. Wie gut für Xatory und Belve, dass der rote Dickschädel ein Feuerteufel war. Der sekundäre Fakt, dass in der Firma einiges fragwürdig und auffällig war, sah Dan bestätigt. Seine Vermutung ging Richtung Vampir-geführtes Unternehmen. Weniger Alchemist, oder ‚reiner‘ Mensch. Das Wohl der Menschheit war jedenfalls weniger das Endziel, wagte er mutig zu behaupten. Sei es drum. Xatory und re:tec hatten eine stille Übereinkunft in beiderseitigem Interesse. Und wer Alchemisten und Vampire gleichermaßen einstellte, nun, da ging sicher spannendes hinter verschlossenen Türen vor sich.


„Möglich.“, war Daniel wenig überrascht dementsprechend. „Sag mal, hast du das Fenster aufgemacht oder sowas?“, fragte er im Anschluss. Die Windgeräusche waren ihm aufgefallen, doch noch vermutete er nichts. Sie hatten schließlich eine Abmachung getroffen: Das nächste Mal, wenn Olivier kam, würde er für immer bleiben. Oder Dan würde ihn einsperren. Das das kleine Reh tatsächlich auf dem Weg zu ihm war, kam ihm daher nicht in den Sinn.
Begünstigend für den Überraschungseffekt kam hinzu, dass der Alchemist ernsthaft überrascht war von der Idee Willow um Date-Tipps zu fragen. Oh, hell no! Die Frau gab die schlimmsten Ratschläge, was das anging. Willow war ein One-Night-Stand-Typ. Keine Frau für Beziehungen. Oh, Jesus Christ… wenn Olivier sie fragen würde… Mother Mary, have mercy. Entsprechend unbegeistert schüttelte Dan den Kopf, rieb sich über das Gesicht und atmete besorgt aus. „Ah, lass das besser mal.“, fing er an, doch je länger er drüber nachdachte, desto spannender fand er die Idee. „Oder, ne, frag sie. Nur wenn sie irgendwas mit Alkohol, Clubs oder Dessous vorschlägt – nimm den Ratschlag nicht ernst. Kurze Röcke, tiefe Ausschnitte und Spitzenunterwäsche sind keine Universallösung. Auch, wenn sie es gerne behauptet.“, grinste er leicht. Der Gedanke, wie Bambi mit Notizblock und Stift sich jedes Wort der Irin aufschrieb, fleißig nickend, hochrote Wangen und Ohren – es hatte schon etwas bezauberndes und Low müsste Dan im Nachhinein jedes Detail berichten.

Ja, doch, das wäre schon lustig.
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#35  
„Sag mal, hast du das Fenster aufgemacht oder sowas?“

Belve grinste. Ah shit, natürlich hörte Daniel den Wind. Selbst wenn er gerade damit beschäftigt war seine Einrichtung zu zerlegen, drangen die Windgeräusche von Belves Umgebung auch zu ihm. Und da der Vampir einen schnellen Schritt einlegte, waren die Nebengeräusche entsprechend lauter. Aber – Belve entschied sich bei der Wahrheit zu bleiben, wenn auch nicht der ganzen

„Ich bin gerade nur kurz draußen“ sagte er daher nur und erwähnte nicht wo genau und das er in wenigen Augenblicken am Schrottplatz stehen würde.

Belve huschte über eine weitere Straße, die um diese Zeit kaum noch belebt war und bog langsam nach rechts. Er nahm nicht die Hauptstraßen, sondern bog bewusst um noch etwas mehr Zeit einzusparen in diverse kleine Nebenstraßen ein, während er Daniel erklärte, dass er Willow vielleicht nach Datingtipps fragen würde.

 „Ah, lass das besser mal.“ kam die sogar besorgte Antwort, die Belve kichern ließ. „Lieber nicht also?“ hakte er nach. Die Pause, die Daniel auf der anderen Seite machte nutzt er für einen kleinen Sprint. Der Schrottplatz war jetzt schon in Sicht und Belve hielt direkt darauf zu.


„Oder, ne, frag sie. Nur wenn sie irgendwas mit Alkohol, Clubs oder Dessous vorschlägt – nimm den Ratschlag nicht ernst. Kurze Röcke, tiefe Ausschnitte und Spitzenunterwäsche sind keine Universallösung. Auch, wenn sie es gerne behauptet.“

Erst bei der Frage verlangsamte er wieder zu einem angemessenen Schritttempo. Auch um sein Gesicht bei der Vorstellung zu verziehen. „ Hm...Nein, dass werde ich auch nicht tragen.“ Zumal er total lächerlich mit irgendwelchen Dessous aussehen würde. Gott...Nein, nein, nein, nein…Selbst für Daniel nicht. Auch der Franzose hatte seine Grenzen. „Aber vielleicht hat sie auch Ideen die weniger...offen sind?“ Oder anzüglich, oder mit Partys zu tun haben. „Außer es sind Clubs, die nicht so überfüllt sind...Die mag ich“ Solange die Menge an Besucher überschaubar war und die Musik nicht so laut, dass man sein eigenes Wort nicht mehr verstand, war auch ausgehen durchaus mit dem französischen Vampir möglich.

Doch zunächst erreichte er das geschlossene Tor. „Ah Chaton? Ich muss….übrigens ein Versprechen brechen….“ Das tat ihm furchtbar leid. Eigentlich hatte er Daniel fest versprochen, dass er das nächste Mal, wenn er käme bleiben würde. Aber der Tonfall, Dans Schweigen und die bemühte Fröhlichkeit in den folgenden Antworten waren Grund genug sein Worte dafür zu brechen. „Es tut mir sehr leid...Aber...Da ist etwas wichtiger…“

Er stellte sich vor das Tastenfeld der Sicherheitsanlage. Mit Fingerabdruck und Code gesichert. Beides hatte Belve vor ein paar Tagen in Daniels Handy eingegeben und im System speichern lassen. Und damit öffnete er jetzt auch das Rolltor um auf das Gelände zu kommen. Das Handy hielt er dabei noch weiter in der Hand. „Ich machs wieder gut“
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#36  
Während der Vampir nur kurz draußen war, eine Halbwahrheit, brachte Dan den ersten Schwung Restholz raus zur Feuertonne. Es war nichts, dass ihn aufhorchen ließ. Wer wusste schon, was der kleine kluge Kopf noch vorbereiten musste, ehe sein großes Abenteuer anstand. Ah, fuck. Das Thema hatte der Alchemist auch in eine Kiste gestopft. Was hatten die verdammten Kisten heute nur? Konnten die nicht brav geschlossen bleiben, bis sie wieder hervorgeholt wurden? Fucking bloody hell. Mit einer genervten Aggressivität landeten die Stuhl-Bruchstücke in der Tonne. Noch waren die Nächte recht frisch. Ein Umstand, den er begrüßte. Etwas kalte Luft würde sein Gemüt mit Glück etwas abkühlen. Das Telefongespräch nahm dabei eine bespaßende Richtung an. Bambi wollte Dating Tipps ausgerechnet von Willow und die Vorstellung, nach initialem Widerstand, zauberte ein heiteres Grinsen auf Daniles Lippen. Lows Tipps waren… fraglich. Aber hatten das Potenzial zu größter Belustigung beizutragen. Das kleine Reh in einem Willow-Outfit – oh, Jesus fucking Christ, was war zum Totlachen!

„Hm...Nein, dass werde ich auch nicht tragen.“, erklang es widerstrebend seitens Belves. „Och, was denn? Keine Spitzenunterwäsche? Wie schade.“, feixte der freche Kater und unterdrückte ein Lachen. Es wäre mehr Gelächter gewesen. Die Absurdität lenkte seinen Kopf gut genug ab, um für den Moment von den dunklen Gedanken abzudriften in heiterere Gefilde. „Find raus.“, stachelte er das kleine Reh weiter an. Olivier musste seine eigenen Erfahrungen mit der Irin machen. Dan selbst speicherte sich die Information hab, dass sein Verlobter Clubs mochte, die ruhiger waren. Eventuell eher Tanzveranstaltungen also? Weniger Alkohol, Drogen und Party. Mehr geselliges Dasein und Bewegen.


Der kleine Ausflug in positivere Gedankenwelten kam abrupt zu einem Stopp. Die ersten, weiteren Worte des Franzosen reichten aus, um ihn mitten in seiner Bewegung einfrieren zu lassen. Gerade wieder beim Schlachtfeld angekommen, stockte er. Lauschte intensiver der Stimme am anderen Ende der Leitung.


„Ah Chaton? Ich muss….übrigens ein Versprechen brechen….“


Oh, fucking hell no. Was war jetzt schon wieder? Was zur verfickten Scheiße war jetzt wieder passiert? Echt jetzt? War es zu viel verlangt mal ein, zwei Tage ohne große Katastrophen zu verbringen? Fuck! Seit der Vampir in sein Leben getreten war, war es eine Höllenfahrt von auf und ab.


„Es tut mir sehr leid...Aber...Da ist etwas wichtiger…“


For fucks sake, konnte das Reh endlich mal Klartext reden? Was war los? Wer war gestorben? Welches Versprechen? Und ging es Olivier gut? Holy fucking bloody hell! Dans Gesichtsausdruck war düsterer als zuvor ohnehin schon. Es war leichter in negative Spiralen zu verfallen, wenn man gerade erst darin war. Eine Flut an Horrorszenarien breitete sich im Alchemistenkopf aus. Ungefragt. Ungebändigt. Erschlagend. Bloody hell. Er lehnte sich wieder gegen die Küchenzeile, ließ den Kopf nach vorn kippen und massierte die Nasenwurzel.

„Was ist los? Sag’s einfach.“, wollte er wissen. Da ertönte ein Warnton. Jemand wollte das Gelände betreten, jemand mit Zugangscode. Sonst wäre es ein anderer Ton und draußen wäre das Flutlicht angegangen. Stattdessen nur ein Hinweis des Systems, dass es einen registrierten Besucher gab. Murrend und extrem genervt von wer auch immer es jetzt wagte ihn zu stören, warf er einen Blick aus dem Fenster. Einen Todesblick wie er im Buche stand. Der Aufenthaltsraum hatte perfekte Sicht aufs Tor, dass sich gerade in Bewegung setzte.

„Ich machs wieder gut“, erklang die Stimme des Franzosen, ehe er durch das Tor schritt.


What.

The.

Fuck.


Daniel war nicht froh. Er war nicht erleichtert. Er war hochgradig besorgt. Was zu Hölle war los, dass Belvedaire jetzt hier war? Oh, fuck, no. Abertausende Horrorszenarien prasselten gleichzeitig über ihn ein, übereinander, durcheinander. Elite? Probleme beim Clan? War Belve in Gefahr? Oder sie? Was zur Hölle war los?!
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