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Mitternachtsblau
Welcome!
Willkommen in Edinburgh!
Wir sind ein
Urban Fantasy RPG
, das im Jahr 2020 in Edinburgh, Schottland spielt. Hier geht's um Konflikte und Bündnisse zwischen einer alchemistischen Geheimgesellschaft und Vampiren, um die Suche nach Elementaren und einer in Vergessenheit geratenen Form von Magie. Das alles findet abseits des Alltags und in Unwissenheit der normalen Bürger Edinburghs statt. Wer von ihnen wagt einen Blick in eine Welt voller Magie und dunkler Geheimnisse?
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The Scotsman


Telefonat Daniel und Belvedaire
Szenen-Informationen
Charaktere Remi Bernard » Daniel Geraghty
Datum 30.03.2020
Ort Ace Loft
Tageszeit 19:30 pm
#1  
Belve saß auf der Couch. Nervös. Vor ihm lag ein ganzer Stapel Karteikarten n verschiedenen Farben. Weiß, rot und gelb. Jede Karte eine andere Kategorie von Frage und ein anderes Thema mit passenden Gegenfragen. Er war perfekt vorbereitet ein Telefonat zu führen und es bis er los musste um sich mit Eizo zu treffen irgendwie am Laufen zu halten. Jetzt musste er nur noch anrufen. Nur noch die Nummer auf seinem Handy suchen und anrufen. Wieso also war er so nervös? Es war nur Daniel. Er konnte mit ihm plaudern...hatte es schon mehrmals über Stunden getan es war nicht schwer von einem Thema ins nächste zu kommen, wenn er ihn dabei ansehen konnte aber ….aber mit einem Telefon...Nein! „Gott reiß sich zusammen Belve…Es ist nur telefonieren“

Er kuschelte sich auf seinem Sofa ein, zog die Decke, in die er gekuschelt war höher und suchte aus der Kontaktliste die Nummer. Im Moment stand sie direkt unter Eizos. Mit ihm hatte er als letztes gesprochen. Belve sah noch einmal auf die Uhr. Gegen 23 Uhr wollte er sich mit ihm am Hafen treffen, also würde er sich eine Stunde vorher langsam fertig machen und auf den Weg dorthin begeben müssen. Blieb noch mehr als eine Stunde um mit Daniel zu reden.
Okay….Okay...Belve atmete noch einmal tief durch, drückte auf den Telefonhörer und hob das Handy dann wartend an sein Ohr. Schon nach dem ersten Rufton zog er seine Hand in seinen Pulli um nach dem Faden zu suchen, welchen er direkt um seinen Finger wickeln konnte. Unter der Decke wippte sein Fuß aufgeregt auf und ab.
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#2  
Der Montag war lang gewesen. Endlos lang und anstrengend. Schlimmer als das Wochenende mit den Umbauten von früh bis spät. Dennoch galt wie immer: zu wenig Tag für zu viel zu tun. Es war noch früher Abend und der Mechaniker mit seinem wievielten auch immer Kaffee des Tages in der Werkstatt. Aktuell hing der Mann halb im Motorraum und der Kaffee stand neben dem Handy auf dem fahrbaren Werkzeugschrank neben ihm. Weit genug weg, um in Sicherheit zu sein und nah genug, um jederzeit danach greifen zu können. Theoretisch.

Denn als der kleine Beweis eines funktionierenden Perpetuum Mobile anfing zu klingeln, stellte es sich als erstaunlich umständlich heraus aus seiner aktuellen Position herauszukommen. Fuck, war das Leben mit geprellter Schulter lästig. Aber gut, half alles nichts. Erstmal wieder aufgerichtet, Handschuh aus und ein Blick aufs Display geworfen, erschien ein Grinsen auf Dans Lippen. Oh, das kleine Reh meinte es wirklich ernst und wollte telefonieren. Sieh an, sieh an. Aber schon um diese Uhrzeit? Recht früh für einen Vampir, oder nicht?


„Bambi, so früh schon wach?“, drang seine dunkle Stimme durch das Telefon. Das amüsierte Grinsen hörbar. Er zog nebenbei den anderen Handschuh auch noch aus, nahm seinen Kaffeebecher in die Hand und lehnte sich an den Wagen. „Was verschafft mir denn die Ehre?“, stichelte er munter drauf los, um das kleine scheue Vampirlein aus der Reserve zu locken.
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#3  
Es tutete. Eine ganze Weile sogar. Lange genug, dass sich Belve fragte, ob er zu einem unpassenden Zeitpunkt anrief und Daniel etwas zu tun hatte oder seine Freunde bei ihm waren. Der Vampir war auch drauf und dran den Anruf zu beenden und es einfach zu einem späteren Zeitpunkt zu versuchen, als sein Gesprächspartner das Telefonat doch noch empfing. Am anderen Ende meldete sich die dunkle Stimme.

„Bambi, so früh schon wach?“

Stille.

Belvedaire hatte an alles gedacht. Gesprächskarten, Floskeln und so weiter. Nur nicht daran, die angenehm tiefe Stimme seines Freundes über das Telefon viel zu nah an seinem Ohr zu haben. Und jeder klang am Telefon anders - wirklich. Und es war verflucht immer so, das sowieso schon sinnliche Stimmen noch eine Nuance attraktiver dabei wurden, wenn sie direkt in die Ohrmuschel säuselten. Das Resultat war das Belve in seiner Bewegung einfror. Sein Finger hörte auf am Faden zu gnibbeln, seine andere Hand griff das Telefon fester.

„Was verschafft mir denn die Ehre?“

Eh....eeh ...Die Karten!? Belvedaire sah hinab, wo der Stapel an seinen angewinkelten Beinen lag.Dann endlich räusperte er sich " Chm.....Ja, Hier ist Belve..."
Oh Gott...Der Vampir klatschte sich die Hand vor die Stirn. Bist du bescheuert, er weiß doch das du es bist, er hat dich Bambi genannt!? Nochmal:

"Ich meine Hi....Hi.....Ja ich passe meine Schlafzeiten langsam an....Und wir wollten telefonieren, richtig?" jetzt war es nicht nur der Faden, den er gnibbelte sondern den ganzen Ärmel. " Rufe ich unpassend an?"
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#4  
Nichts.

Von der anderen Seite hörte man nur Stille.

Ah, es war so klar. Dans Schmunzeln wurde größer. Holy Jesus Christ, er konnte sich das kleine Reh im Scheinwerferlicht viel zu gut vorstellen. Eingefroren, überfordert und mit diesen verflucht einnehmenden grünen Augen – weit aufgerissen und hilflos blinzelnd. In diesem Fall wahrscheinlich auf einen Haufen bunter, farbcodierter Zettel starrend. Mit einem breiten Grinsen nutze der Mechaniker die Zeit und trank einen Schluck Kaffee.


Ein Räuspern.

" Chm.....Ja, Hier ist Belve..." - Ach, ne wirklich? Da konnte der Kater sich das Lachen noch verkneifen.

Ein Klatschen. – Jetzt drang das Lachen hervor, dunkel, herzlich und viel zu vergnügt. Hatte der kleine Vampir sich selbst eine Schelle gegeben? Oder gegen die Stirn geklatscht? Oh, hell yeah, telefonieren mit Belvedaire war Gold wert! Der Kaffee schwappte euphorisch mit in der Tasse.

"Ich meine Hi....Hi.....Ja ich passe meine Schlafzeiten langsam an....Und wir wollten telefonieren, richtig? Rufe ich unpassend an?"


„Nein, alles gut. Für dich habe ich immer Zeit.“, griente Dan. „Aber sag, wie geht’s dir? Das war ein lautes Klatschen – war es Wange oder Stirn?“, feixte er munter weiter, nahm einen weiteren Schluck schwarzes Lebenselixier und strich ein paar wilde Locken aus seiner Stirn.
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#5  
Das dunkle Lachen drang durch das Telefon. Amüsiert, tief. Belve konnte sich sehr gut dazu das belustigte Gesicht des Mechanikers vorstellen. Aaaah....Nicht unbedingt hilfreich den schönen Klang so nah an seinem Ohr zu haben. Was hatte er nochmal gleich vor? Ah die Karten. Er sortierte sie schnell nebenbei. Vorausgesetzt er rief auch im passenden Moment an.

"Nein, alles gut. Für dich habe ich immer Zeit.“ beruhigte er ihn jedoch bevor seine Gedanken darum zirkelten ob er tatsächlich ungünstige angerufen hatten. Jetzt kosteten ihn die Worte ein kleines Lächeln - was Dan natürlich nicht sehen konnte.

„Aber sag, wie geht’s dir? Das war ein lautes Klatschen – war es Wange oder Stirn?“

"Stirn" die Antwort kam so ehrlich und prompt aus seinem Munde, das er erst eine Sekunde später bemerkte das er sich verraten hatte und ruderte ertappt zurück. " eeeh ich meine was für ein klatschen? Ich hab nichts gehört muss am...Telefon liegen...Chm"

"Also...ehm..." Rr suchte durch die Karten bis er eine fand. " Mir geht es gut, ich habe gut geschlafen, ich gehe jetzt früher ins bett damit ich wenn ich bei dir bin den Abend und späten Nachmittag wach bin und für dich Zeit haben und...." er drehte die Karte. " Wie geht es dir? Arbeitest du noch?"
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#6  
Wie aus der Pistole geschossen antwortete das kleine Reh. Die Stirn also, so so. Jesus Christ, das war Entertainment pur. Der kleine Vampir wollte telefonieren und schaffte es kaum über die ersten paar Sätze hinaus, ehe er strauchelte und sich peinlich berührt selbst eine klatschte. Göttlich, es war göttlich. Wie schade, dass er ihn dabei nicht sehen, sondern sich nur vorstellen konnte. Wobei die Vorstellung schon reichte den Alchemisten in Hochlaune zu versetzen.

„Oh, versuch dich jetzt nicht rauszureden…“, raunte er bewusst und extra tief ins Telefon. Den Schalk hörte man förmlich schreien und der Blick, auch wenn Belve ihn nicht sehen konnte, war genauso wie er Dan kannte: dunkel, verführerisch und frech zugleich.

Ein leises Rascheln im Hintergrund erklang. Ah, die kleinen Ratgeber des Goldlöckchen wahrscheinlich. Herrlich schrecklich abgelesen, gab der Franzose eine zum Besten. Stockend, mechanisch und so…typisch Olivier. Es war zum Haare raufen niedlich und zum Glück hatte der Mechaniker dunkle, wilde Locken, die unzerstörbar waren. Das unterdrückte Lachen in seinem Atem hörbar, fuhr er sich erst wieder durchs Haar, dann biss er auf den Daumen, um nicht vollkommen die Beherrschung zu verlieren. Bloody heaven, wie konnte der Mann nur so unperfekt perfekt sein?


"Wie geht es dir? Arbeitest du noch?", abgelesen von Bambi.


„Wann arbeite ich mal nicht?“, stellte der Workaholic eine Gegenfrage. Ob das kleine kluge Köpfchen wohl für alles eine passende Antwort ablesen konnte? Für welche Szenarien hatte er sich wohl vorbereitet? Und was würde ihn vollkommen aus dem Konzept bringen? Oh, verlockend…es war so verlockend. Er ließ seinen Blick durch die Werkstatt gleiten. Eigentlich sollte er arbeiten, müsste er arbeiten. An sich ginge es auch nebenbei. Aber dann müsste er seine Aufmerksamkeit aufteilen und das kam gerade überhaupt nicht in Frage. Nein. Belvedaire verdiente seine volle Konzentration. Allein schon wegen dieser drolligen, überforderten Art ein Gespräch zu führen.


„Später Nachmittag und Abend also…“, die Art wie er es sagte, verriet, dass gerade der Schalk einen Plan ausheckte. Wie sehr wollte er sein Grá mo chroí aus der Reserve locken? Mhm…hell, fucking yeah. „Das heißt in der Zeit gehörst du mir?“
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#7  
„Oh, versuch dich jetzt nicht rauszureden…“ Belve presste die Lippen zusammen und versank noch etwas tiefer in Couch und Kissen. Der Tonfall der so sinnlich in seine Ohrmuschel brummte und das unterdrückte Lachen seines Liebsten ließ ihn erröten. Herr Gott er redete nicht einmal eine Minuten mit Daniel und war schon fix und fertig.
Lieber schnell zu den vorbereiteten Fragen und einfach ignorieren, dass der freche Mechaniker gerade seinen Schlag gegen die Stirn ansprach und ihn darauf festnageln würde, wenn er jetzt in diese Falle tappte. Und nein, nein, nein, nein. Da würde er nicht blind reinstolpern ( da warteten noch ganze andere von denen er noch nichts ahnte)

Also zu den Fragen. Smalltalk war schon immer unheimlich schwierig für ihn gewesen, also hatte er sich die gängigen Floskeln, die man wohl bei einem vernünftigen Telefongespräch führte auf Karteikarten geschrieben. Eine davon lass er jetzt vor. Mechanisch und offensichtlich abgelesen aber dann erwartungsvoll die Karte in seiner Hand sinken lassend und auf die Antwort wartend.
„Wann arbeite ich mal nicht?“
Eh ja das stimmte. Mhn….Man…..Die Schulter. Wäre Belve jetzt bei ihm, hätte er seine Hand auf der Schulter abgelegt und Daniel nahegelegt sie etwas ruhen zu lassen. Aber das konnte er jetzt schlecht, was tat man also dann? Ihm einfach über Telefon zu sagen, dass er auf sich aufpassen sollte, kam ihm irgendwie plump und bevormundend vor. Ah Mist...Er kam ins Straucheln. Doch zum Glück sprach Daniel am anderen Ende weiter, anstatt ihn darauf festzunageln.

„Später Nachmittag und Abend also…“ sprach er weiter. Belve ahnte nichts und antwortete mit einem zarten „Ja...Damit wir Zei -“

„Das heißt in der Zeit gehörst du mir?“
„….!?“
… Die Stimme, der Tonfall, die Frage….
Belve legte erschrocken auf.
„ Was…..Was dafür hab ich doch keine Karten…“ hektisch blätterte er durch seine Auswahl. Das Handy rutschte dabei aus seiner Hand und fiel dabei auch noch scheppernd auf den Boden. „Ah Mist!“
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#8  
Klick.

Es machte klick und weg war das Gespräch.

Für einen Moment sah Dan zweifelnd auf sein Handy. Aufgelegt. Bambi hatte eiskalt aufgelegt.


Wow… keine zwei Minuten hatte Olivier das Gespräch ausgehalten. …fucking, bloody hell!? Der Lachflash des Alchemisten trieb ihm die Tränen in die Augen. Ein kräftiges, ungehemmtes Lachen, das durch die Werkstatt hallte. Einen Arm um seinen Bauch gelegt, lachte er herzlich. Die andere Hand, noch das Handy halten, lag mit dem Handrücken gegen seine Stirn. Holy shit, Belves erschrockenes, hochrotes Gesicht sah er bildlich vor sich. Danach das hektische Kramen in den bunten Zetteln, nur um verzweifelt festzustellen, dass es für den Alchemisten keinen Ratgeber gab. Keine Gesprächskarten, die dem Vampir Sicherheit und Schutz vor dem Schalk boten. Oh, das war köstlich, einfach perfekt!


Als das Lachen nachließ, rief er seinen Vampir zurück. So einfach würde er ihn nicht entkommen lassen. Nicht nach der Aktion. Einfach aufzulegen war nicht die feine französische Art und das würde sich der kleine Blondschopf gleich anhören dürfen. Das und noch das eine oder andere… je nachdem welche kleine Ausrede Olivier gleich präsentieren würde.
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#9  
Verdammt das Telefon war irgendwo unter die Couch gerutscht. Belve streckte sich nach unten, die Hand aus und tastete erst blind nach dem Handy. Bis es erneut klingelte und er erschrocken zusammen zuckte. „Aaaah...Shit man, ich war noch nicht vorbereitet!?“ Handy...Hanndyyyy Er streckte sich mehr, beugte sich weit über die Couch.
Zu weit.

Es rumste einmal und der Vampir war samt seinem Deckenknäul und Kissen von der Couch gefallen. Seiner Lunge war ein leiser Schreckenslaut entwichen der in einem erstickten „Uff…“ endete. Das Handy bimmelte fröhlich weiter. Es war ein Lied und ein Klingelton, den er speziell für Daniel eingegeben hatte. Ein irisches ruhiges Lied. Es war schön, Belve hörte es gerne...Aber jetzt bedeutete jeder Moment länger den es trällerte, dass Dan auf der anderen Seite wartete.
Seine Fingerspitzen streckten sich unter das Sofa. Neben vergessenen Katzenspielzeug und etwas Staub bekam er es zu fassen und nahm ab.

„JA!? ….Eh….eh ich meine….Wir sind plötzlich unterbrochen worden“ eiskalte Lüge. Er rappelte sich auf die Knie auf und sammelte dabei seine Karten ein. „Also...Woran arbeitest du gerade so?“ Einfach vom Thema ablenken, einfach ablenken.
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#10  
Von all den Möglichkeiten, die Belve gehabt hätte, all den kleinen bis großen Lügen, wählte er die dümmste von allein. Plötzlich unterbrochen. Wohl eher plötzlich aufgelegt. Bloody hell, dafür wie klug das kleine Goldlöckchen sonst war, stellte es sich erschreckend dumm an. Und verhielt sich damit exakt so, wie der Alchemist erwartet hatte. Ah, es war manchmal viel zu leicht sein kleines Reh zu lesen.

„Olivier.“, sprach er ruhig, kein Anzeichen mehr seines kleinen, aber heftigen Lachflashs in der Stimme. Dunkel klang er, ein wenig bedrohlich. Ein Tonfall, der gut zu einer Mafiaboss Szene gepasst hätte. Die Art, wo dem Gefangenen klar wurde, dass er ertappt war und es keinen anderen Ausweg mehr geben konnte als die Wahrheit. „Lügst du mich an?“, eine Feststellung als Frage getarnt, an deren Ende das süffisante Grinsen hörbar war. Der Kater genoss das Spiel mit seiner Beute schamlos wie eh und je. „Lügen ist furchtbar unhöflich. Einfach Auflegen übrigens auch…“, säuselte er weiter schelmisch ins Telefon.


„Wie gedenkst du das wieder gut zu machen? Hm?“, setze der freche Kater noch einen obendrauf. Raunend, versteht sich. „Ah…“, er zog den Laut in die Länge. „Und um deine Frage zu beantworten: an dir und deinen Manieren.“, brummte es hinterher, die letzten Worte besonders betont – mit einem verheißungsvollen Unterton.
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#11  
„Olivier…“ Belve hielt inne. Mit den Unterarmen auf die Couch gestützt, die Decke irgendwie um sich herum geschlungen, halb gefallen, halb rumgewickelt, verharrte er still.
„Lügst du mich an?“
Ein Schauer rann über seinen Rücken. Der Vampir schluckte. Oh Nein...Was für eine dumme Ausrede war das auch gewesen!? Aber ihm war auf die Schnelle auch keine bessere eingefallen. Jetzt hatte er den Salat. In Form eines Alchemisten, dessen Stimme dunkel und intensiv durch das Telefon zu ihm Drang.
„Nun….“ begann der Franzose. Dafür hatte er natürlich keine Karteikarten vorbereitet, weswegen er fieberhaft nach einer guten Antwort suchte. Daniel sprach derweil weiter
„Lügen ist furchtbar unhöflich. Einfach Auflegen übrigens auch…“
„Ich uhm…“
„Wie gedenkst du das wieder gut zu machen? Hm?“
„…“ Belve drückte seine Hand gegen seine Stirn und fuhr sich fest durch die Haare. Seine Stirn ditschte er einfach gegen das Sofa. Gott, Daniel machte ihn wirklich fertig.

„Ah…“ Ein einzelner Laut der ihn schon scharf einatmen ließ. Gut das die Couch das Geräuch dämpfte. „Und um deine Frage zu beantworten: an dir und deinen Manieren.“
„Entschuldige?…..“ kam es dumpf von der Couch aus. „Dafür hab ich keine Karteikarten…“ gestand er verlegen.
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#12  
„Entschuldige?…..Dafür hab ich keine Karteikarten…“

Karteikarten.

Lauter farbcodierte Karteikarten und Belvedaire mittendrin. Wie im Labor, umringt von einem Haufen Papier und einer winzigen, ordentlichen Handschrift darauf. Rundherum, fein säuberlich auf Stapeln sortiert. Jeder der Stapel, all die Stunden mühevoller Vorbereitung, unnütz gegen den Alchemisten. Sodass der kleine Vampir sich das blonde Haar raufte. Verzweifelt, hoffnungslos verloren und mit großen, grünen, flehenden Augen. Eine süße Verzweiflung, herzerwärmend und magisch anziehend. Das Reh im Scheinwerferlicht.


Das war das Bild in Daniels Kopf.

Und, bloody hell, hatte er seine helle Freunde daran.


„Hattest du ernsthaft geglaubt, dass könnte funktionieren?“, die Stimme warm, wie eine Umarmung. „Bambi…“, ein leicht tadelnder wie amüsierter Tonfall. „Haben dich deine bisherigen Feldforschungen nicht eines Besseren belehrt?“, da kam der Schalk eindeutig wieder durch. „Gegen mich kommst du damit nicht an.“ Aber genug der Belve-Quälerei. Vorerst.


Er ließ Belve eine kleine Pause, in der er sich wieder seinem Kaffeebecher widmete. Der sich als Verräter erwies. Kein Kaffee mehr. Fuck. Notgedrungen bequemte sich der Alchemist zur Kaffeemaschine. Die, in dem kleinen Nebenraum, wo sie während ihrer zweiten Begegnung ihre eskalierende Unterhaltung geführt hatten. Der verhasste Stuhl stand artig unter den Tisch geschoben da. Der, über den sein Vampir stürzte. Ah…vielleicht sollte er den Stuhl und den Tisch gleich mit verbrennen. Wirklich ansehen mochte er nichts davon mehr. Es erinnerte ihn nur wieder und wieder an einen seiner Höllenmomente. Während die Kaffeemaschine brummte, lehnte Dan sich gegen die Küchenzeile.

„Wieso hattest du nochmal geglaubt ich würde mich vom Dach stürzen wollen?“, fragte er dann hörbar in Gedanken. Irgendwo zwischen ernsthafter Nachfrage und laut Denken. Unklar, ob er eine Antwort erwartete oder nicht. Es beschäftigte ihn nur hin und wieder. Woher kam dieser Eindruck? Wirkte er derart suizidal oder lebensmüde? Fuck. Wann immer er daran dachte, fuchste es ihn. Nicht, dass er im Nachhinein groß was gegen das Ende der Nacht und deren Folgen einzuwenden hätte. Ganz im Gegenteil. Nur war es ein überaus merkwürdiger und verstörender Start ihrer kometenhaften Beziehung gewesen.

Neben ihm piepte die Kaffeemaschine und verkündete das Ende ihrer Arbeit. Damit riss sie Dan aus seinen Gedanken.


"Eigentlich irgendwas Spannendes unter deinen Karteikarten?", lenkte der Alchemist das Gespräch wieder auf leichtere Bahnen. Kaffee, er sollte mehr Koffein zu sich nehmen. Vielleicht half das gegen den Blues, den dieser fucking Raum auslöste. Kaffeebecher in Hand ging es zurück zum Wagen.
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#13  
„Hattest du ernsthaft geglaubt, dass könnte funktionieren?“

Einen Moment lang tatsächlich. Zumindest hatte er sich bis zum Anfang des Telefonats sicher gefühlt, dank der Karten für jede Art von Smalltalk gewappnet zu sein. Aber Dan bewies natürlich, wie er gerade auch erwähnte, dass Belve gegen Dans Humor und Charme einfach keinen Masterplan entwickeln konnte. Der Vampir seufzte geschlagen,
„Ich dachte es...kurz...Etwa zwei Minuten“ Man mochte es vielleicht nicht hören aber er lächelte gerade schief. Anstatt sich wieder auf die Couch zu setzen blieb er nun auch einfach auf dem Boden sitzen. Er drehte sich, zog die Decke enger um sich und lehnte sich dann einfach mit dem Rücken an das Möbelstück.
Auf der anderen Seite schwieg Dan, doch Belve bekam nicht das Gefühl, dass es an mangelnden Gesprächsthemen oder dem kläglichen Start lag sondern dort einfach – Alltag passierte? Er ertappte sich dabei wie er still lauschte, versuchte die Geräusche zu filtern, die er im Hintergrund hörte ohne zu bemerken, dass er dabei selbst immer ruhiger wurde.
„Wieso hattest du nochmal geglaubt ich würde mich vom Dach stürzen wollen?“

Was? Belve blinzelte. „Beschäftigt dich das noch immer?“ fragte er zurück, wobei er sich noch ein Stückchen tiefer in seine Decke kuschelte. Doch er überlegte auch schon und dachte an den Tag zurück. „Ich bin in dem Augenblick die Straße runtergelaufen, als du dich vorgelehnt hast um an die Lampe zu kommen...Von meinem Blickwinkel sah es aus, als würdest du dich einfach fallen lassen...Ich habe einfach reagiert...Handeln nicht denken, du weißt schon“ er schickte ein kleines Lachen hinterher, weil sie dieses Mantra nun schon sehr oft thematisiert hatten.
Sein Fuß wippte unter der Decke ein wenig.

"Eigentlich irgendwas Spannendes unter deinen Karteikarten?" Oh? Abrupter Themenwechsel? Belvedaire merkte etwas auf, unsicher ob er besorgt sein sollte oder nicht. Allerdings beschloss er besser mit dem Wechsel zu gehen anstatt gedanklich tiefer in die Umstände ihres zweiten Treffens zu driften.
„Eh….Uhm tatsächlich…!“ Er drehte sich ächzend, angelte nach den Karten, die er von seinem Platz aus erreichen konnte. Mit spitzen Fingern bekam er einen kleinen Stapel zu greifen und zog ihn zu sich. „ Ehm ...Also : Wie war dein Tag? Woran arbeitest du gerade ? Wie geht es deiner Schulter? Hast du dich schon etwas an die Vorhänge gewöhnen können unnnd Magst du Pflanzen?“
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#14  
„Ganze zwei Minuten? Also bis du einfach aufgelegt hast?“, schmunzelte der freche Karter. Die Melodie der Belustigung deutlich in der Stimme. „Stand auf einer der Karten: Wenn es nicht klappt, leg sofort auf?“ Auch ohne sich sehen zu können, schwang genug liebevoller Schalk mit, um zu wissen, dass der Alchemist alles andere als verstimmt oder beleidigt war.

Als der kluge Kopf dann auch noch seinen Spruch vortrefflich gegen ihn einsetzte, trotz dem düsteren Themas, entlockte es Dan ein dunkles, halbes und kurzes Auflachen. Ein schwer einschätzbares, denn es lag irgendwo zwischen ‚es wird nie eine befriedigende Antwort geben‘, ‚gut gekontert, Bambi‘ und einem Hauch zufriedenen Stolzes stellvertretend für Belve, dass er sich ihr kleines Mantra merkte und umzusetzen begann. Beziehungsweise rückwirkend bemerkte, dass er ohne Denken auch zurechtkam in ausgewählten Situationen. Manchmal war für Denken eben keine Zeit und Handeln der einzige Weg. Das war etwas, dass Daniel verstand und nachvollziehen konnte. Auch, wenn es ihm in seinen Gedankengängen wenig half.


Wieder mit Kaffee beim Wagen, lehnte er sich an. Diesmal an der C-Säule, sodass er den verhassten Stuhl noch leicht hinter der Tür hervorblitzen sah. Diesen bösen Blickes fixierend, nahm er einen Schluck und lauschte dem Rascheln auf der anderen Hörerseite. Abwartend, was der kleine Gremlin vorbereitet hatte.


„ Ehm ...Also : Wie war dein Tag? Woran arbeitest du gerade ? Wie geht es deiner Schulter? Hast du dich schon etwas an die Vorhänge gewöhnen können unnnd Magst du Pflanzen?“, las sein Vampir wieder ab. Fucking hell, es war belustigend ihm zuzuhören. Es zauberte ein heiteres Lächeln auf Dans Lippen, wenngleich sein Blick mordlüstern Richtung Stuhl gerichtet blieb.

„Zu lang und gleichzeitig zu kurz. Ein Aston Marin Vantage. Frag besser nur, wenn du die Antwort auch wirklich hören willst. Kein Stück, war super irritierend heute Morgen im stockdunklen aufzuwachen. Ich hab nichts gegen Pflanzen, sie haben was gegen mich. Oder dagegen, dass ich immer vergesse sie zu gießen. Wahrscheinlich letzteres.“, rasselte der Mechaniker die Liste runter. Dabei stieß er sich vom Wagen ab, stellte den Kaffeebecher hinten an der Werkbank ab und zog eine der Schubladen auf. Dann eine weitere und noch eine. Er suchte sich sein Werkzeug zusammen. Sammelte alles auf der Arbeitsfläche und balancierte es dann alles, Handy noch am Ohr, rüber zum verhassten Sitz-Ensemble.

„Wenn du Pflanzen willst, tob dich ruhig aus. Drinnen, draußen – ich werde nur kaum eine Hilfe sein, sie am Leben zu erhalten. Außer du erinnerst mich daran.“
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#15  
„Stand auf einer der Karten: Wenn es nicht klappt, leg sofort auf?“

Belve biss sich auf die Unterlippe. "Nein..." gestand er etwas kleinlaut " Das war...Eine Kurzschlussreaktion...An solche Art von Gesprächen habe ich nicht gedacht"
Wer ahnte auch das Dan direkt seine verführend tiefe Stimme auspacken würde !?

Doch schließlich befasste sich der Mechaniker mit den Fragen aus den Karteikarten und ließ das Thema ihrer zweiten Begegnung tatsächlich fallen. Seltsam...Er hatte schon einmal nachgehakt warum Belve damals dachte er würde springen. Wegen eines Missverständnis aber vermutete Dan etwas anderes dahinter ? Nun, der Franzose nahm sich vor dahingehend ein anderes Mal zu sinnieren und lauschte aufmerksam den Antworten. Fein und brav in der Reihenfolge beantwortend.
Der Vampir grinste.

„Zu lang und gleichzeitig zu kurz. Ein Aston Marin Vantage. Frag besser nur, wenn du die Antwort auch wirklich hören willst. Kein Stück, war super irritierend heute Morgen im stockdunklen aufzuwachen. Ich hab nichts gegen Pflanzen, sie haben was gegen mich. Oder dagegen, dass ich immer vergesse sie zu gießen. Wahrscheinlich letzteres.“


"Aston Marin Vantage...." Belve, der noch nicht so viel mit schnellen und teuren Autos zu tun hatte, nahm kurz das Handy für eine schnelle Google Suche vom Ohr. Den Wagen fand er schnell, dazu auch einige Oldtimer Modelle, die ihm sogar bekannt vorkamen. Er nahm das Handy zurück zum Ohr. " Der sieht gut aus. Bereitest du ihn für ein Rennen auf ?" Fragte er, überlegte und setzte dann ein: " und ja möchte ich gerne. Ich hoffe es ist zumindest nicht schlimmer geworden?" Sie hatten zwar aufgepasst aber wer wusste ob beim Toben nicht doch irgendetwas überstrapaziert worden war.

Zu den Pflanzen merkte er auf, dachte kurz nach ob es nicht zuviel wäre. Aber Daniel hatte oft genug gesagt das er sich nicht immer so klein halten sollte, dass der nun den Mut fasste um seine Idee einfach ungefiltert ins Handy zu plaudern.

" Ich habe überlegt ob ein paar Pflanzen vielleicht das fehlende Tageslicht ersetzen könnten...Ein paar Grünpflanzen und drum herum einige kleine Lichtquellen. " in seiner Vorstellung zumindest sah schön aus, wenn zwischen dem Grün und dem industrial Look der Wohnung immer wieder warmes Licht hervorblitzte.
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#16  
An solch eine Art Gespräch? Dan merkte auf. Was zur Hölle meinte Belve denn damit? Das Gespräch war doch jugendfrei gewesen und allzu sehr hatte er das kleine Reh doch gar nicht provoziert. Aus seiner Sicht. Allmählich sollte auch dem naiven Goldlöckchen aufgefallen sein, dass es der Alchemist faustdick hinter den Ohren hatte und wenig Hemmungen besaß, was seine Sexualität anging. Oder Anspielungen darauf. Oder Tease. Oder…ah, Sekunde. Das schelmische Grinsen nahm wieder eine Nuance dunkel und verführerisch an.

„Was meinst du? Hattest du etwa zweideutige Gedanken?“, raunte er erneut ins Telefon. Wie er es dabei schaffte tatsächlich unschuldig zu klingen, trotz der Tiefe und der Betonung, wusste wohl nur der Alchemist selbst. Es glich jedenfalls an pure Alchemie. Schamloses, laszives Teasen kombiniert mit einer engelsgleichen Unschuld – in diesem dunklen Timbre, der den Vampir herrlich aus dem Konzept brachte.



Bambis Fragen klangen diesmal normal, ohne Ablesen. Sieh an, er konnte es also auch ohne seine Kärtchen schaffen. Nach den anfänglichen Startschwierigkeiten kam das Gespräch langsam ins Rollen. „Nein, der Besitzer will nur ein bisschen protzen.“ So viel zum Wagen. Maschinen hatten die wunderbare Eigenschaft, dass man sie einfach und schnell reparieren konnte. Passendes Ersatzteil her und gut ist. Mit einem Menschen, oder einer Schulter, sah das anders aus. Dan murrte etwas, da Belve auf eine Antwort bestand. „Weder schlimmer noch besser.“, seufzte er geschlagen. „Vielleicht ein bisschen schlimmer, seit du gegangen bist. Aber nichts im Vergleich zu gestern Abend. Es gab viel zu tun beim Umbau.“ Und der Mechaniker war miserabel darin sich zu schonen. „Deine kalten Hände wären jetzt auf jeden Fall verflucht angenehm.“, griente er leicht. Selbst ohne Kühlfunktion – ihm wäre es lieber Bambi wäre hier und nicht weiß Gott wo.


"Ich habe überlegt ob ein paar Pflanzen vielleicht das fehlende Tageslicht ersetzen könnten...Ein paar Grünpflanzen und drum herum einige kleine Lichtquellen.", offenbarte der Franzose seine Vision. Dan dacht einen Moment darüber nach. Machbar wäre es. Ob es das Gefühl von Tageslicht ersetzten könnte, sei dahingestellt. Aber damit hatte er sich längst abgefunden, mit der Dunkelheit. „Klar, lässt sich machen. Wo sollen die denn hin?“, ging er auf die Idee ein. Bambi wollte Pflanzen und kleine Lichtquellen, also würde es Pflanzen und kleine Lichtquellen geben. So einfach. Blieb nur die Frage, wo und je nachdem wie es mit der Stromversorgung aussehen würde.


„Möchtest du außer den Pflanzen etwas haben?“, fragte er sogleich weiter. Bisher war seine Wohnung eben genau das: seins. Jetzt musste daraus ihres werden. Die Vorhänge und Rollos waren dabei pragmatischer Natur und wohl kaum etwas, dass man als ‚Oliviers‘ zählen konnte. „Irgendwas, ohne das du nicht leben könnest oder schon immer wolltest?“, gab er als Hilfestellung noch mit. Derweilen klemmte er das Handy zwischen Ohr und Schulter, stellte den verhassten Stuhl umgedreht auf den Tisch und machte sich daran das verfluchte Abbild einer grausamen Situation auseinander zu nehmen. Metall brannte bekanntlich schlecht. Aber was brennen konnte…das würde gleich draußen brennen. Das Metall würde brav korrekt entsorgt werden. Nichts war leichter als das auf einem Schrottplatz und für re:tec. Während der Stuhl in seine Einzelteile zerlegt und nach Material getrennt wurde, machte sich ein intrusiver Gedanke breit. Wozu eigentlich ordentlich arbeiten, wenn eh alles im Feuer oder Müll landen würde? Oh, fucking bloody hell.


Kurzerhand schob er den halb demontierten Stuhl über die Tischkante, ließ ihn zu Boden fallen.
„Wird mal kurz etwas laut.“, warnte er Belve vor und gab dem kleinen Impuls der Zerstörung nach. Den Stuhl eintreten war wahrlich viel befriedigender.
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#17  
„Was meinst du? Hattest du etwa zweideutige Gedanken?“
Ah Shit!? Man! Belve biss sich auf die Zunge! Schon wieder war er dem anderen in die Falle getappt! Mitnichten sah Daniel am anderen Ende der Leitung zu unschuldig aus, wie er hier gerade die Frage formuliert hatte! Dafür war der Tonfall, der Belve überhaupt erst zum Auflegen bewegte viel zu sinnlich gewesen. „Chaton!“ stieß er daher nur entrüstet aus, deutlich errötend – was Dan zum Glück nicht sehen konnte. Die Karten...wo waren die Karteikarten!? Da! Er beschloss sich einfach auf die zu konzentrieren und die kleinen frechen Sticheleien zu ignorieren! SO!

Von den abgelesenen Fragen schafften sie es zu Antworten und tatsächlich Rückfragen, die zwar irgendwo auf den Karten standen, Belve aber tatsächlich nicht brauchte, weil sie ihm von alleine einfielen. Vom Wagen ging es dabei zur Schulter. Natürlich wollte Belvedaire gerne wissen, wie es der Verletzung ging, obgleich die Antwort nicht wirklich erbaulich – wenn auch zu erwarten war.
„Vielleicht ein bisschen schlimmer, seit du gegangen bist. Aber nichts im Vergleich zu gestern Abend. Es gab viel zu tun beim Umbau.“
„Mhn…“ brummte der Franzose dazu missfallend.
„Deine kalten Hände wären jetzt auf jeden Fall verflucht angenehm.“ Oh? Das glättete die gerunzelte Stirn wieder und brachte ein kleines Lächeln auf seine Lippen zurück. „Bald...Chaton...Nur noch ein paar Tage und Gespräche...Aber ich...ich freue mich darauf zu dir zu kommen..“ Er drückte sein Telefon etwas fester und sich tiefer in der Decke.

Vielleicht fand er sogar eine Möglichkeit die Wohnung weniger dunkel wirken zu lassen. Er ahnte noch nicht, das Dan bereits plante seine gesamten Zimmer umzustellen und neues zu bauen, aber fand das man mit ein paar Pflanzen und indirektem Licht zumindest eine schöne Optik in den Look zaubern konnte. „ Mhn...Auf die Regale Oder hängend...Wir können aufladbare Lichtquellen nehmen…“ Gab ja schon etliche die über USB geladen werden konnten – oder sie bauten entsprechende Adapter einfach selber. „Gut sicherlich ist es kein Vergleich zu Tageslicht...Aber in meinem Kopf sieht es schön aus“ romantisch „ Zu deinem Einrichtungsstil pass gut etwas grün“

„Möchtest du außer den Pflanzen etwas haben?“
„Außer den Pflanzen?“ Oh...Belve dachte nach. Was brauchte man denn noch außer Pflanzen? Ging es um persönliche Wünsche oder Gegenstände aus dem Haushalt. „ Brauch ich denn noch etwas?“
„Irgendwas, ohne das du nicht leben könnest oder schon immer wolltest?“
Fast hätte Belve hier aufgelacht. Aus Frust, Schmerz und Ironie. Alles was er besaß passte in eine Tasche. Der Rest war in Portland zurückgeblieben und sicherlich schon weggeworfen, oder von den Soldaten beschlagnahmt.
„Nein…“ begann er deswegen zögerlich. „Ich denke ich habe alles, was ich brauche…“ Bei Daniel gab es Technik, Bücher und ein Labor. Das war mehr als er von Trämen konnte. Oh - „ Oder brauche ich noch eine Decke? Oder ein Kissen?“ Daniel, der auch alleine gelebt hatte, besaß vielleicht nur ein paar Bettwäsche, das gerade für ihn reichte. „ Handtücher?“

Er dachte weiter nach, wollte zumindest, aber die Geräuschkulisse im Hintergrund wurde immer laute, bis es schließlich schepperte. Belve kniff kurz die Augen zusammen.
„Was machst du da denn? Das klingt nicht danach als würdest du an einem Auto arbeiten“
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#18  
„Chaton!“, schallte es empört aus dem Lautsprecher. „Olivier.“, säuselte Dan umso tiefer und sinnlicher zurück. Hell yeah, wetten Bambi war gerade hochrot angelaufen? Oh, wie ärgerlich, dass er es nicht sehen konnte. Eine Schande, wirklich.


Das Brummen war kaum zu überhören. Lautlos seufzte Dan. Natürlich war seine Schulter im Arsch. Er war ein Mensch, der von einem Haus gestürzt war. Kein Vampir, der in wenigen Minuten heilte. For fucks sake, es war ein Wunder, dass er glimpflich davongekommen war. Das Ganze hätte auch tödlich oder schwer verletzt enden können. Ein Hoch auf das Muskelgedächtnis und seine Reflexe. Er war wenig elegant zu Boden gegangen, doch wenigstens in Etappen und halbwegs abrollend. Fuck, und es hatte ihn eines seiner Lieblingsshirts gekostet. Was für ein beschissener Moment das gewesen war… der Sturz, das Reh, diese entsetzten grünen Augen…

Belvedaires Stimme unterbrach die aufkommenden, dunklen Gedanken. Ja, bald würden sie gemeinsam wohnen. Es waren nur noch ein paar Tage Unendlichkeit, die sie trennten. Eine Unendlichkeit voller ehrlicher, offenbarender Gespräche und vielen Erklärungen. Fuck. Wahrscheinlich auch allerlei Ausdrücke, die das kleine Reh besser nicht hören sollte. Schlimmstenfalls Brandstiftung, Prügel oder ein verschrotteter Wagen. Es war schwer vorherzusagen, wer wie reagieren würde. Es würde aus dem Nichts kommen. So wie der Vampir aus dem Nichts plötzlich in seiner Werkstatt stand. Wie ein Reh im Scheinwerferlicht. Ein Reh mit unnatürlich grünen Augen, in denen man ertrinken konnte. Warte… hatte er nicht im Suff ein Reh geschenkt bekommen? Eines, dem man grüne Augen angemalt hatte? Jesus Christ. Der Alchemist schüttelte den Kopf. Er war ziemlich dicht gewesen an seinem Geburtstag. Irgendwie hatten sie es geschafft ihn abzufüllen und oh, fuck, es gab dieses Ding. Irgendwo musste es noch liegen. Fuuuuck.

„Ja, nur noch ein paar Tage…“, wiederholte er halb noch die Erinnerungen an St. Patricks zusammenpuzzelnd. Wo zum Henker war das Teil?! Er sollte es besser finden, bevor Bambi einzog. „Dir ist hoffentlich klar, dass ich dich wirklich nicht mehr gehen lasse, danach. Oder?“, lenkte er sich und sein Reh ab. „Dann gehörst du ganz mir.“, wisperte er gefährlich tief und sinnlich wieder in das unschuldige Rehöhrchen.



Olivier hatte sich viele Gedanken über Pflanzen und Beleuchtung gemacht. Es ließ den Alchemisten schmunzeln. Wenn er wüsste, was Tante Paige für Berge versetzt hatte, um den Familienzuwachs zu begrüßen. Bambi hätte sicher eine kleine Panikattacke bekommen. Noch wusste der Vampir nichts von seinem Glück oder wie viel Durchsetzungsvermögen in der alten Dame steckte. Kaum hatte sie Dans Sorgen gehört, hatte sie schon das Maßband und Telefon in der Hand. Und niemand wagte es Tante Paige zu widersprechen, wenn sie in dem Mama Bär Modus war. Niemand.

„Klingt gut. Ich überlasse es ganz dir und deinem grünen Daumen.“, grinste Dan wissend. „Und was heißt hier ‚mein‘ Einrichtungsstil? Das ist ab jetzt ‚unser‘. Wenn du was verändern willst, nur zu. Du sollst dich in deinem zuhause auch wohl fühlen.“


„Nein… Ich denke ich habe alles, was ich brauche…“, drang zögerlich rüber. Etwas in dem Ton ließ Dan stocken. Ein ungutes Gefühl aufkommen. Als wäre da etwas, über dass sie reden sollten. Etwas, dass Belve auf dem Herzen lag. Shit.


„ Oder brauche ich noch eine Decke? Oder ein Kissen? Handtücher?“


„…“


Wow. Das, das war überraschend. Es brachte den Mechaniker zum Schweigen, beziehungsweise stocken. „Was zum…?“, fing er ungläubig an und brach dann wieder in tiefes Lachen aus. Was für ein Bild hatte dieser kleine dumme kluge Blondschopf bitte von ihm und wie er lebte? Er war in seinem Haus gewesen, mehrfach. Hatte das Badezimmer und den Haufen Handtücher darin gesehen – in beiden Badezimmern. Oh, for fucks sake, dieses Reh war sein Untergang.

„Nein, Bambi, nein, brauchst du nicht.“, lachte er weiter. Schüttelte ungläubig den Kopf und strich sich die wild springenden Locken aus dem Gesicht. Den Kopf legte er kurz in den Nacken. Weiter lachen und kopfschüttelnd. „Jesus Christ, ernsthaft, was zur Hölle? Hab ich so einen schlechten Eindruck hinterlassen? Oder brauchst du mehr als die ganzen Handtücher im Bad?“, der Schelm trat hervor. „Oder braucht die Prinzessin mehrere Decken und Matratzen und Kopfkissen?“ Was hatte Lola nochmal gesagt, wie viele Kissen und Decken allein eine Frau brauche? 3? 4? Fuck it. Belvedaire könnte auch 50 haben, wenn er wollte.



Von neuer Einrichtung zurück zu alter. Der Stuhl musste dran glauben. Gewaltsam. Unter lautem Brechen und Knacken gab der Stuhl unter Dans Tritten nach. „Ne, ich bring nur den Müll raus.“, schnaubte er zufrieden. Das bei der Aktion seine Haare kreuz und quer gesprungen waren und jetzt sicher einen echt verrückten Eindruck machen würden, blieb unter Dan und seinen Locken. Einige versuchte er erst aus seinem Sichtfeld zu pusten, nur um doch mit den Fingern hindurchzufahren. Den Blick frei, fixierte er direkt das nächste Opfer seiner Zerstörungswut.

„Hast du eigentlich eine Lieblingsfarbe?“, fragte er derweilen und drehte den zweiten Stuhl zurecht.
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#19  
„Klingt gut. Ich überlasse es ganz dir und deinem grünen Daumen...Und was heißt hier ‚mein‘ Einrichtungsstil? Das ist ab jetzt ‚unser‘. Wenn du was verändern willst, nur zu. Du sollst dich in deinem zuhause auch wohl fühlen.“

Ah ertappt. Auch wenn Belve es gar nicht so gemeint hatte, war es ihm aus Gewohnheit so herausgerutscht. „Touché“ gestand er daher grinsend, biss sich etwas auf die Lippe, ehe er dann lächelnd fortfuhr. „Ich meinte eher zu dem bisherigen industrial Look...Metall, Kupfer, die dunklen Akzente...ein bisschen Grün dazwischen sieht sicherlich hübsch aus“

Seine letzte kleine Wohnung war ähnlich dekoriert gewesen. Sehr viel Grün, sogar mit einem Terrarium, in welchem er Pflanzen hielt, die öfter bewässert werden mussten und eine bestimmte Temperatur brauchten und so weiter. Dazwischen etwas Deko aus den 60er, Schallplatten alter Songs, die teilweise sogar noch originale gewesen waren. Dazu jede Menge Bücher. Gesammelt, Geschenke und einige davon noch aus dem 19. Jahrhundert. Alles davon war weg und der Gedanke, sich an einem anderen Ort neu einzurichten fühlte sich schön und gleichzeitig auch furchtbar beklemmend an. Es weckte jene Art von irrationaler - Was wäre wenn – Angst. Was, wenn er sich bei Daniel einrichtete und ihm dann binnen weniger Augenschläge alle genommen wurde. Wenn der Kreislauf wieder von vorn begann...? Oh, dunkle, tiefe dunkle Abgründe in die er da drohte zu rutschten. Er klammerte sich bemüht erdend fester an sein Telefon. Schluckte schwer, blinzelte einige Male und wisperte sich innerlich zu, dass alles in Ordnung war. Daniels Wohnung war wie Fort Nox. Nichts konnte ihnen dort passieren. Und doch blieb da ein leises – oder ? – das tief in sein Herz stach.
Er versuchte es abzuschütteln, den Gedanken sowie das Gefühl und sich weiter auf das Gespräch zu konzentrieren.

Was brauchte er dort noch, wenn nicht das was seine Tasche hergab. Decken, Kissen, Handtücher. Belve ging in seinem Kopf alles praktische durch. Daniel rang es am anderen Ende ein tiefes Lachen ab.
„Jesus Christ, ernsthaft, was zur Hölle? Hab ich so einen schlechten Eindruck hinterlassen? Oder brauchst du mehr als die ganzen Handtücher im Bad?“ Belve schüttelte den Kopf, dann bemerkend, dass Dan ihn ja immernoch nicht sehen konnte. „Nein…“ antwortete er also mit einem ersten kleinen Grinsen wieder, welches die finsteren Gedanken langsam abstreifen konnte.
„Oder braucht die Prinzessin mehrere Decken und Matratzen und Kopfkissen?“
Seit Wochen hatte er in keinem Bett mehr mit mehreren Decken oder Kopfkissen geschlafen. Doch auch hier schüttelte er zu seinem schon leicht glucksenden „Nein“ den Kopf. „ Ich bin...ziemlich pflegeleicht...Ich brauche gar nicht so viel“ Am Ende machte sich Dan noch mehr einen Kopf darum seine Wohnung für ihn einzurichten als überhaupt nötig war. Oh, Belve ahnte nicht, was der Mechaniker da überhaupt gerade alles plante und in Bewegung setzte.

Von Wohnung und Einrichtung fiel Belvedaires Aufmerksamkeit ziemlich schnell auf die Geräuschkulisse im Hintergrund. Er verzog die Brauen, hörte zu. Den Müll rausbringen? „Das klingt als würdest du etwas kaputt schlagen….oder zertreten…"
Was auch immer das gerade mit seiner Lieblingsfarbe zu tun hatte. Belve war einen Moment lang allerdings so perplex, dass er ohne Umschweife antwortete. „Grün ...also so ein...Moosgrün, dunkel...Und deine?“ Schwarz? Kupfer vielleicht ?. Belve sinnierte noch darüber, als das nächste Lauten Bersten und Krachen losging. „Mhn….Was genau...ist das denn für ein Müll, den du da rausbringen willst ?“
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#20  
Mehr Grün und mehr Natur im Haus für das Reh. Damit konnte der Kater gut leben, sofern Bambi die Pflege der pflanzlichen Mitbewohner übernahm. Ansonsten war die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es bald braune, abgestorbene und staubige Trauerbilder sein würden. Dan konnte vieles – außer an das regelmäßige Gießen denken. Der Mann vergaß zu Essen. Wer konnte da erwarten, dass er sich um die Nährstoffversorgung anderer Lebewesen kümmerte? Maschinen perfekt warten – sofort. Alles andere – good luck. Notfalls müsste eines dieser automatischen Bewässerungssysteme Abhilfe schaffen.

„So viel Grün wie du willst.“, gab er Belve nochmal seine Zustimmung. Wenn der Franzose einen Dschungel haben wollte, dann würden sie bald im Urwald leben.



Pflegeleicht. Erneut betonte Olivier wie pflegeleicht er wäre. For fucks sake. Langsam ging es dem Alchemisten gegen den Strich, wie klein sich sein Grá mo chroí ständig machte. Jedes eigene Bedürfnis schien der Vampir, nach hundert Jahren Psychoterror unter seinem Erschaffer, zu verdrängen, niederzutrampeln oder totzuschweigen. Jesus Christ, es gab eine Zeit fürs Kistenstopfen und es gab eine, diese auszupacken. „Olivier.“, drang diesmal die ernste Variante der dunklen Alchemistenstimme durch das Telefon. „Grá mo chroí, du bist weder eine Pflanze noch ein Haustier noch ein Möbelstück. Ob pflegeleicht oder nicht, ist mir scheißegal. Du könnest buchstäblich die Prinzessin auf der Erbse sein und trotzdem würde ich dich bei mir haben wollen.“ Er wollte einen Partner, kein dekoratives Element. Den echten Olivier, den Menschen hinter dem Vampirschicksal und alles dazwischen. Ecken, Kanten – alles. Und sei es später ein Haufen Matratzen, Kissen und Decken, damit das Goldlöckchen glücklich und zufrieden ist. „Sei so pflegebedürftig und high maintenance wie du nur willst. Für alles findet sich ne Lösung, nur muss ich wissen, wofür wir eine brauchen. Also streng dein kluges Köpfchen an, nutz die Tage und überleg dir, was du brauchst, gerne haben möchtest oder schon immer einmal haben wolltest. Verstanden? Das hier ist jetzt auch dein Zuhause. Du sollst und darfst dich hier austoben und wohlfühlen. Es ist deins. Ok?“

Was Belvedaire noch nicht einmal ahnte, war das Ausmaß von Daniels Überzeugung, dass eine gemeinsames zuhause 50/50 geteilt sein sollte. Das Olivier nicht zu ihm zog und sich anzupassen hatte, sondern sie ein Team waren. Das das kleine Reh maßgeblich Einfluss nehmen sollte und durfte. Wahrscheinlich machte sich der Mechaniker viel mehr Gedanken als nötig wären. Aber das war nun mal seine Erziehung und Lebenseinstellung. Es spielte wohl auch der Hang der ganzen Familie mit rein, durch Taten ihre Liebe zu zeigen. Ohne große Worte oder Drama Dinge umzusetzen, die dem anderen dienten. Im Fall Olivier hatte Dan seine Tante um Rat gefragt und Paige lieferte mit Freuden und Feuereifer eine Lösung und dessen Umsetzung. In Rekordzeit. Bambi erwartete eine große Überraschung. Eine, die Dan überlegte vorher bei Belve anzusprechen. Aber dann Tante Paige vertraute, die schon mit der Regendusche goldrichtig gelegen hatte. Aller Wahrscheinlichkeit nach hätte das Reh auch sofort abgelehnt. Also wurde es später vor vollendete Tatsachen gestellt.



„Das klingt als würdest du etwas kaputt schlagen….oder zertreten…", bemerkte das Reh goldrichtig und Dan trat schmunzelnd weiter den nächsten Stuhl in Einzelteile. „Treten macht mehr Spaß als auseinanderbauen.“, grinste er zufrieden mit dem kleinen, zerstörerischen Racheakt an der eigentlich unschuldigen Einrichtung. Der Stuhl war nie der Verursacher gewesen. Auch der Tisch und die restlichen Stühle waren Statisten des Dramas gewesen, dass sich hier abgespielt hatte. Statisten, die jetzt beseitigt gehörten. Aus Prinzip. Als Ventil für aufgestaute Emotionen.
Zwischen Knacken und Splittern kam die Antwort auf Dans letzte Frage. Dunkles Mossgrün. Wenig überraschend und passend für das scheue Rehkitz. Mehr Pflanzen, mehr dunkles Grün ins Haus holen, notierte er innerlich. Über die Gegenfrage schmunzelte er wieder. Entgegen seiner Einrichtung, Wagen oder Kleidung war seine Lieblingsfarbe weder Schwarz noch Kupfer noch ein Rotton. All diese Farben gefielen ihm gut, dass stand außer Frage. Nur war keine davon sein absoluter Favorit.

„Rate.“, feixte er vergnügt und verpasste den wehrlosen Möbelstück den finalen Tritt.



Der Lärm um den ungewöhnlichen Müll alarmierte Belve. „Alte Möbel. Die müssen weg. Der Anblick macht mich nur wütend.“ Wieder ein zufriedenstellender, erfolgreicher Anschlag auf ein Sitzmöbel beendet, schob er die Bruchstücke mit dem Fuß beiseite. Wozu standen hier überhaupt mehrere? Die Band hatte sie nie benutzt. Kunden der Werkstatt kamen nie mehr als ein oder zwei und die gingen sofort wieder. Dan selbst hatte den Aufenthaltsraum oder Pausenraum der Werkstatt nur für die Kaffeemaschine genutzt und hier wie oft insgesamt in all den Jahren mal gesessen? Erschreckend selten. Unnütze Dinge und Sitzgelegenheiten gab es viele auf dem Gelände. Mache in Hinblick auf die Zukunft geplant, andere aus Konvention und manche waren Überbleibsel vergangener Zeiten. Als Verlust konnte man dieses Attentat daher kaum beschreiben. Zumal er notfalls einen neuen Tisch und Stühle hinstellen konnte.


„Meinst du, es braucht einen neuen Tisch und Stühle bei der Werkstatt-Kaffeeküche, oder ist das Zeug absolut redundant?“, beschloss er Belve mit einzubeschließen. Als kleine Aufwärmübung für die kommenden Einrichtungsfragen.
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