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Alle Inplayzitate
Gott, Isla hatte in ihrem ganzen Leben noch nie ein so starkes, fast schon physisch schmerzhaftes Bedürfnis verspürt, einen Mann zu küssen. Die Hemmschwelle zur tatsächlichen Umsetzung war zwar immer noch vorhanden – dafür war ihr präfrontaler Kortex einfach zu dominant –, aber zum allerersten Mal, ergab die freudige Redewendung ‘Ich könnte dich knutschen!’ einen empirisch nachvollziehbaren Sinn.
„Moral ist für mich lediglich die Reibungshitze, die entsteht, wenn Biologie auf Zivilisation trifft“, erwiderte sie schließlich, während sie die Linien ihrer eigenen Abbilds nachfuhr. „Ein notwendiges Übel, um die Entropie der Masse zu verzögern. Aber erwarten Sie von mir kein Plädoyer für das ‚Gute‘. Ich interessiere mich für Bindungskräfte, nicht für Heiligenscheine.“
Damyan kannte ihn.
Und Dmitry kannte sich selbst. Er wusste, was es bedeutete, ein Morozov zu sein. Dass der Wahnsinn nicht etwas war, dem man entkam, sondern etwas, das einem im Blut lag, still, geduldig, unausweichlich.
Sie fluchte eine kleine Kaskade aus walisischen Schimpfwörtern, die jedem Metzger die Schamesröte ins Gesicht getrieben hätte - primär Vergleiche mit Tierdärmen. Wenn der Friseur auch nur ein Wort Walisisch verstanden hätte, wäre er stolz auf ihren Wortschatz gewesen.
„Bitte nicht sexy Doc…“, entwich ihr ein erschöpftes Wimmern. Ein resignierter Blick gen Himmel unterstrich, dass sie sich ihrem Schicksal bereits halb ergeben hatte.
Provokation war Teil dieser Konservation wie die Lautstrukturen der Sprach, die sie nutzten. Wobei seine Handhabung dieser eher an Zerhackstückelung erinnerte als elegante Poesie. Seine Zunge hatten die runden und gleichzeitig kratzigen Laute dieser Sprache nicht lieben gelernt.
Es war dieser lautlose Augenblick, in dem sich die Wirklichkeit vor ihm ordnete und alles, was er sich vielleicht anders vorgestellt hatte, in sich zusammenbrach. Verdammt, Dima. Seine Definition von Fürsorge war… ausbaufähig.
„Wäre dämlich, nach einer Vampirin zu fragen, wenn man im gleichen Atemzug erzählt, dass man aus einer Vampirjägerfamilie kommt.“ Sie rang sich nun sogar ein schiefes Grinsen ab.
Wahrscheinlich musste sie dankbar sein, dass ihre Karohemden nicht bereits auf einem Scheiterhaufen in der Ecke brannten, während Edie den Kleiderschrank exorzierte.
Der Anhänger wanderte über den Tisch und Jason fragte sich manchmal, wieso die beiden dazu neigten sich irgendwelche Steine zu schenken. Ob das auch so ne komische irische Nummer war. Immer ein Stueck Heimat dabei haben so wie Captain Sparrow mit seiner Buddel an Deck?
Aber die Crust war glorreich geworden. Jasons Backkunst war legendär.
Klar er könnte fragen, aber er könnte auch einfach sein Leben weiterleben.
Kurz wanderte ihr Blick prüfend zum Badezimmerfenster. Vielleicht konnte sie ein paar Handtücher zusammenknoten und sich wie in einem schlechten Actionfilm in den Garten abseilen?
Was er ihr besorgen könnte, wäre ein Set neue Nerven. Und definitiv weniger Details. Iesu Mawr! Konnte bitte jemand die Drag-Show in ihrem Kopf abschalten, die Edie gerade ungefragt live ausgestrahlt hatte?
Als Keegans Augen ihn trafen, versteifte sich der Mann kaum merklich, seine Körperhaltung wurde aufrechter, sein Gesicht ausdruckslos – wie eine Marionette, deren Fäden plötzlich straffgezogen wurden. Keegan verlor kein Wort. Es war nicht nötig.
Ihr Frustrationslevel schoss in Rekordzeit von 1 auf 100 – mit Edie als Beschleuniger war das absolut kein Problem. Sie war sich sicher, dass irgendwo auf ihm ein Warnhinweis stehen musste. Vielleicht direkt auf seiner makellosen Stirn? Vorsicht: Hochentzündlich bei Kontakt mit gesundem Menschenverstand.
Farblos und ausgelaugt wirkte ihr Körper, und als ein Hustenanfall die Stille zerriss, bäumte sie sich auf, nur um gleich wieder in sich zusammenzusinken, als wäre selbst das Atmen eine Last(...) Verdammt, Dima. Seine Definition von Fürsorge war… ausbaufähig.
Die schlabbrige Jogginghose, ausgewaschen und zusammengehalten von purem Gottvertrauen, hing schon auf halb acht den Arsch hinab. Die Haare ein Nest, dass lose irgendwo von einem Rest Zopfgummie gehalten wurde. Hoffentlich. Sonst wäre das scheiße viel Arbeit zu entwirren. Uff, aus Scheiße Gold machen war real.
fuck me – ach ne, fuck him. Ah, scheißegal, Hauptsache fuck.
Vielleicht war sie nur der Baum im Bühnenbild – ein statistisches Hintergrundrauschen, das dafür sorgte, dass die Szenerie glaubwürdig blieb, während die echten Akteure sich gegenseitig vernichteten. Aber selbst ein Baum im Hintergrund konnte Wurzeln schlagen, die tief genug reichten, um das Fundament zu sprengen.
„Dito“, schloss sich Isla schlicht an, was für ihre Verhältnisse einer emotionalen Umarmung gleichkam.
Isla musste schmunzeln. Warte … sie musste schmunzeln?
Nur war Edies Nervensystem von Kindheit an auf Gefahr getrimmt. Je gefährlicher, desto heimischer fühlte er sich. Er war fehlerhaft vernetzt worden. Fand Gefallen und ein bizarres Gefühl von Sicherheit darin sein Leben auf dem Spiel zu wissen.
Diese krasse kleine Diva! Ha! Hammer!
Nein, Edwards Scissorhands mochte an anderen Dingen zweifeln. Aber niemals an seinem Handwerk. Seinem Lebensblut. Seiner Passion. Seiner Bestimmung. Er war Friseur und Kosmetiker aus mehr als Überzeugung. Weil es seine Identität war. Sein Zuhause. Seine Welt.
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