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„Keller?“ Ob das eine Floskel war oder ernst gemeint, konnte er im Moment nicht ganz durchschauen. „Ich schätze, es gibt immer noch eine Menge, die ich über die guten alten Vampirgepflogenheiten lernen muss.“
„Verzeihen ist so eine Sache,“ begann er, „es klingt immer so aufgeräumt. Als wäre da etwas abgeschlossen. Dabei ist es oft nur der Moment, in dem man aufhört, dagegen anzurennen, dass es geschehen ist.“
„Verzeihen ist so eine Sache,“ begann er, „es klingt immer so aufgeräumt. Als wäre da etwas abgeschlossen. Dabei ist es oft nur der Moment, in dem man aufhört, dagegen anzurennen, dass es geschehen ist.“
"Und Gott?" Seine Stimme blieb gelassen, mit einer feinen Kante Ironie. "Möglich, dass er es so gewollt hat. Dass er dachte, Licht und Dunkel müssten getrennt bleiben, dass sich die Fäden seiner Schöpfung nicht vermischen dürften.“ Ein kaum merklicher Ruck mit der Schulter. "Aber wenn dem so ist, hat er den Menschen einen fatalen Fehler eingebaut – die Neigung, ausgerechnet nach dem zu greifen, was verboten ist. Wir sind nicht gut darin, Grenzen zu akzeptieren, selbst dann nicht, wenn sie göttli
Die meisten Gespräche verliefen vorhersehbar, oberflächlich, als würde man Variationen derselben alten Melodie spielen. Aber hier? Hier klang etwas anderes mit. Eine angenehme Schärfe – und dieser unaufdringliche Hauch von Herausforderung, der ein Gespräch lebendig hielt.
Phil ließ nicht locker – eine Hartnäckigkeit, die wohl nötig war, um eine treffende Diagnose zu stellen. Oder wie nannte man das in diesem Fall? Einen Spuk-Symptom-Check-up? Rafael seufzte leise.
"Ich bin mir sicher, dass das ein tragischer Verlust wäre“, entgegnete er mit gespieltem Bedauern und deutete mit einem beiläufigen Kopfnicken auf die Blutkonserve in Tristains Hand. "Außerdem müsstest du dir einen neuen Frühstückspartner suchen. Und seien wir ehrlich – wer außer mir erträgt dich so früh am Morgen, ohne zu murren?“
Tristain, der es irgendwie geschafft hatte, die Kunst des „Ich-bin-da, aber nicht wirklich hier“-Seins auf ein völlig neues Niveau zu heben. Seine Anwesenheit war wie der Moment, bevor jemand versehentlich ein Glas mit Limonade über den Tisch schüttet – ein Moment, in dem alle Anzeichen von Freude, Spaß oder Leben sich verzogen und stattdessen eine dünne, unsichtbare Wand des „Lass mich einfach in Ruhe“-Gefühls hochzog.
Kaffee war für Rafael kein Luxus. Kein Genussmittel. Nein – Kaffee war pure, unverhandelbare Existenzgrundlage. Manche Menschen wachten auf und funktionierten einfach. Rafael hingegen brauchte erst den heiligen Kelch – dampfend, schwarz, mit diesem unverwechselbaren bitteren Duft, der seine Synapsen liebevoll in den Tag prügelte.
"Menschen und Vampire haben in gewissen Bereichen unterschiedliche Sichtweisen, das stimmt. Vor dir sitzt jedoch ein Exemplar, dass euch gerne verstehen möchte - auch wenn es Geduld braucht."
"Wir sind uns ja nicht oft einig..." fing er müde an. "...aber wir sind uns immerhin in dem Punkt einig, dass wir Galina beschützen wollen."
Die Kunst und Rafael, sie hatten ein merkwürdiges Verhältnis. Er stellte sich nicht umsonst ab und an die Frage: Ist das Kunst oder kann das weg?
"Kleiner, du brauchst eine Zwangstherapie für Aggressionsbewältigung, so oft wie du mir bereits den Hintern durchlöchern wolltest."
“Ich persönlich reite gerne, lese gerne ein Buch, spiele wie erwähnt Klavier, mache viel Sport, fahre Motorrad und gehe gerne dem Vater meiner Freundin auf die Nerven.“
“Sicher ist, dass deine Familie besonders ist,“ meinte er amüsiert. “Ich glaube eine 10 hat sie sich verdient.“ Behutsam stupste er mit dem Zeigefinger gegen ihre Nase. “Und doch, ist deine Familie nicht gänzlich anders als andere. Ein Vater, der sich um seine Tochter sorgt, sie liebt und sie ungerne einem Geliebten überlässt, ist nicht ungewöhnlich. Ungewöhnlich ist eher, dass der Schwiegervater den Geliebten verspeisen will.“
„Echte Vampire zerstückeln ihre Beute und trinken das Blut aus ihren heißen Eingeweiden.“, ein schiefes Grinsen stahl sich auf die Lippen des Vampirs: „Ich bin Kannibale.“, offenbarte er ihm. (...) “Danke für den Kaffee, Hannibal.“
Mit der passenden App mit Namen Taschenlampe, sorgte er für genügend Licht. Kurz blieb er auf einer der rutschigen Treppen stehen, drehte sich leicht zu Dima um, welcher sich noch immer hinter ihm befand und richtete das Licht direkt auf ihn. “Sowas kann ganz schön praktisch sein, findest du nicht?“ Das er ihn damit ärgern wollte stand außer Frage.
Es überraschte ihn eigentlich nicht, dass der Kleinere nicht Klein beigab.
Rafael hatte resigniert den Kopf geschüttelt. Was hatte es für einen Sinn ihm Widerworte zu geben? Er würde nur wieder auf sie Spucken wie ein böses Lama.
Anscheinend zog sich ein Riss durch seine Maske und sein Schauspiel drang langsam an die Oberfläche. Zumindest vermutete er es, denn die Angriffslustige Seite von Gandalf kam bestimmt nicht von ungefähr.
„Verstorbene Kinder bleiben sehr selten als Geister hier.“ Überrascht hob er die Augenbraue. Hatte er gerade Louis Tully von den Ghostbusters hier sitzen?
Hatte er das gerade wirklich gefragt? Wieder ein Zucken seiner Mundwinkel, die sich sachte nach oben hoben, während er das Verlangen, ihm den Mund mit irgendwelchen Servietten vollzustopfen, unterdrückte.
Einen Moment lang sah er ihn einfach nur an, ließ die Worte zunächst so stehen “Klugscheisser,“ dachte er sich. Woher hatte er solch ein Wissen? Achja, wurde bereits erwähnt, dass Gandalf ihm gewaltig auf den Zeiger ging?
Er nahm ein paar Schlücke Wasser zu sich, ehe er Dima gestand, dass er ihm verrückterweise, vertraute. Rafael beobachtete Dimas Reaktion. Der verwirrte Blick verriet ihm, dass er sein Gerüst ins Wanken gebracht hatte. Gut so. „Okay.“, antwortete er nach einer gefühlten Ewigkeit und steckte, Gott sei Dank, das Butterflymesser nebenbei in seine Hosentasche.
"Ja", antwortete er ruhig, ohne dabei möglichst anzudeuten, dass er ihn dafür eine Zeit lang gerne umgebracht hätte.
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